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Kartenflut in der Liga

Stadtlohn/Kreis Eine regelrechte "Kartenflut" überschwemmt die Fußball-Verbandsliga seit Saisonbeginn: Bis zum neunten Spieltag mussten schon 31 Fußballer vorzeitig den Platz verlassen - gleich zwölf Spieler sahen den Roten Karton, 19 Akteure bekamen die Ampelkarte. Im Vergleich zur Vorsaison ist ein drastischer Anstieg zu erkennen.

Da stellt sich natürlich die Frage nach den Gründen: Liegt es an einer schärferen Regelauslegung durch die Schiedsrichter oder ist das Spiel härter und unfairer geworden?

Sowohl Verbandsliga-Staffelleiter Hans-Dieter Schnippe als auch der Schiedsrichterlehrwart des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), Karsten Jonsson, verneinen eine Verschärfung der Regelauslegung. "Wir haben unseren Schiedsrichtern keine anderen Anweisungen vor der Saison gegeben als in den Jahren zuvor", erklären die beiden unisono. Doch gestehen Schnippe und Jonsson ein, dass gerade jüngere Schiedsrichter unter gewaltigem Druck stehen. "Wenn ein Schiedsrichter-Beobachter dabei ist, pfeifen manche etwas kleinlicher als üblich", sagt Schnippe.

Schlauer als Schiri sein

Jedoch kann der Staffelleiter auch das Verhalten der Spieler nicht verstehen. "Wenn ein Akteur merkt, dass der Schiri kleinlich ist, muss sich der Spieler halt anpassen", sagt Schnippe und fordert ein Mitdenken der Aktiven. Andreas Höppner, Trainer von Emsdetten 05, schlägt in die gleiche Kerbe. "Die Spieler müssen schlauer werden und auf den Schiedsrichter reagieren."

Auf eine solche Reaktion war SuS Stadtlohns Stammkraft Björn Bennies nicht vorbereitet: Im Spiel in Davensberg sah er ebenso wie sein Kontrahent Heiko Ueding die "Rote Karte" - beide beschwören, dass sie "Opfer eines überforderten Schiedsrichters" gewesen seien. Und SuS-Trainer Rob Reekers betont: "In diesem Spiel stand der Schiedsrichter im Mittelpunkt..."

Sein Kollege vom TuS Hiltrup, Michael Evelt, findet einen weiteren Punkt: "Die Gangart ist zwar härter, aber nicht unfairer geworden. Da die Schiedsrichter kleinlicher pfeifen, gibt es zwangsläufig mehr Platzverweise."

Um das Karten-Problem zu lösen, fordert Davaria Davensbergs Coach Heiko Ueding den Dialog zwischen den Verbandsverantwortlichen, den Schiedsrichtern und den Trainern. "Ich habe das Gefühl, dass das Maß verloren gegangen ist. Kleinigkeiten werden sofort sanktioniert, die Schiedsrichter legen alles auf die Goldwaage" bemängelt Ueding. hh/ts/bml

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