Kasabian präsentieren neue Songs vor 2000 Fans

Konzert im E-Werk in Köln

Aufwendige Lichtshows, wuchtige Klänge, alte und neue Songs. Mit diesem Paket ist die britische Band Kasabian am Dienstagabend nach Köln gekommen, um im fast ausverkauften E-Werk ihre Fans zu überzeugen. Das anspruchsvolle Publikum hat sich von diesem Versuch nicht vollends überzeugen lassen.

von Bernd Schuhknecht

,

Köln

, 08.11.2017, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die britische  Rockband Kasabian gastierte mit ihrer „For Crying Out Loud“-Tour im Kölner E-Werk.

Die britische Rockband Kasabian gastierte mit ihrer „For Crying Out Loud“-Tour im Kölner E-Werk. © Thomas Brill

Lightshow-Flackern, elektronische Signale wie bei einem medizinischen Überwachungsgerät auf der Intensivstation und schließlich eine Sirene kündigen den Auftritt von Kasabian im mit knapp 2000 Fans nahezu ausverkauften Kölner E-Werk an.

Schnörkellos legt die Band aus Leicester, alle Musiker in weißem Dress, in dem Frontmann Tom Meighan mit seiner Sonnenbrille im Elton-John-Format wie ein extrovertierter Masseur einer Wellness-Oase aussieht, los. Mit dem Opener „Ill Ray (The King)“ vom aktuellen Album „Crying Out Loud“ demonstrieren Kasabian, dass sie noch immer die perfekte Gratwanderung zwischen wuchtiger Opulenz und Brit-Pop-Abgeklärtheit beherrschen.

Applaus als Pflichtübung

Auch das folgende ebenfalls neue „Bless This Acid House“ setzt auf eine vor Energie strotzende Klangwucht, bei der wieder vermehrt der Sound von Gitarren dominiert. Allerdings bleibt die Reaktion der Fans verhalten, der Applaus klingt eher nach Pflichtübung.

Dabei standen Kasabian, 1997 gegründet, zumindest in England bereits auf dem Sprungbrett zum Superstar-Dasein. Die ersten drei Alben schafften es alle unter die Top 4 der Charts. So schnell wie auf der Insel jedoch Hypes entfacht werden, so schnell ist er manchmal aber auch schon wieder vorbei. So konnte das jüngste Album „Crying Out Loud“ selbst eingefleischte Fans nur bedingt begeistern. Mit dem eher entspannten „Eez-Eh“ vom „Velociraptor“-Album kommt aber schließlich doch Stimmung auf.

Feine Akribie statt Vorschlaghammer

Der Bandname ist genau genommen ziemlich verfehlt. So bedeutet Kasabian auf Armenisch Schlächter, aber Meighan und seine Mitstreiter Sergio Pizzorno (Gitarre, Gesang), Chris Edwards (Bass) und Ian Matthews (Schlagzeug), die sich auf der Bühne mit Keyboarder, zweitem Gitarristen und Trompeter verstärkt haben, sind für`s Grobe nicht zu haben.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So war das Konzert von Kasabian in Köln

07.11.2017
/
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill
Eindrücke vom Konzert von der britischen Rockband Kasabian am 07.November im E-Werk in Köln. © Thomas Brill

Mit Seziermesser und Mikroskop sowie mit feiner Akribie verwursten sie durchaus mit Geschmack alle möglichen Stilistiken der Rockhistorie, von den Ur-Brit-Poppern Beatles bis hin zu Franz Ferdinand. Bei „Shoot the Runner“ klingt beispielsweise ein Deep-Purple-Zitat mit.

Ein rockmusikalisches Kaleidoskop, dessen Zitate wie Stroboskop-Blitze kurz aufflackern, die aber doch fern des Eklektizismus in eigenständigen Songs aufgehen. Manch` andere, die vorgeben das Rock`n`Roll-Rad neu erfunden zu haben, müssen sich da erheblich mehr den Vorwurf des Plagiats gefallen lassen.