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Kita Waldwichtel

Kinder kuscheln mit Eulen und Co

Südkirchen Eulenkuscheln war am Mittwoch in der Kita Waldwichtel angesagt. Falknerin Sonja Senica hat die Kinder mit ihren Greifvögeln besucht. Wir haben Fotos mitgebracht.

Kinder kuscheln mit Eulen und Co

Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch. Foto: Anabelle Körbel

Als erstes ist die Schleiereule „Schatzi“ an der Reihe. Die Kinder aus dem Kindergarten Waldwichtel drängen sich um Falknerin Sonja Senica, die die weiße Eule auf der Hand hält. „Ganz vorsichtig, nur wer sich traut“, sagt Erzieherin Barbara Benneman. Justus traut sich. Ganz vorsichtig streichelt er den Bauch der Eule mit seinem Zeigefinger. „Warum hat sie keine Angst?“, fragt er die Falknerin. „Unsere Eule kennt Menschen, deswegen hat sie keine Angst“, erklärt sie ihm. Normalerweise sehe man Eulen selten und vor allem nicht so nah, da sie sehr scheue Tiere sind.

Aus diesem Grund hat der Kindergarten Sonja Senica eingeladen: Die Kinder sollen die Vögel hautnah erleben. „Wir haben gerade das Thema Greifvögel“, erklärt Erzieherin Jennifer Wortmann. Jeden Mittwoch sind sie mit rund 50 Kindern im Wald unterwegs. Letzte Woche hat ihr Vater, der sich hobbymäßig mit Greifvögeln beschäftigt, bereits eine Einführung in das Thema gegeben. „Wir haben uns dann erkundigt, was man als Highlight machen könnte, und sind dann auf die ‚Skyhunters‘ gestoßen“. Unter dem Namen „Skyhunters in nature“ arbeitet die Falknerin zur Zeit mit zwölf Greifvögeln.

Respekt vor Jerry

Heute auch dabei ist Wüstenbussard „Jerry“, den Burkhard Wellpott gerade auf dem Arm hält. Vor dem imposanten Geschöpf mit dem verschiedenfarbigem Gefieder scheinen die Kinder größeren Respekt zu haben als vor Schatzi. Nur zaghaft treten die Kinder an den Wüstenbussard heran. „Was ist mit dir, junger Mann?“, fragt Wellpott einen zurückhaltenden Zuschauer. „Lauritz, trau dich“, bekräftigt ihn Erzieherin Barbara Bennemann. Gemeinsam mit seiner Erzieherin versucht er es dann doch. Gemeinsam streicheln sie den Vogel ganz vorsichtig am Bauch. Ehrfürchtig beobachten die Kinder auch den Falken, den Senica und ihre Helfer mitgebracht haben. „Den bitte nicht anfassen, das mag er nicht“, sagt Burkhard Wellpott zu den Kindern.

So war das Eulenkuscheln in Kita Waldwichtel

Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch.
Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch.
Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch.
Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch.
Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch.
Im Kindergarten Waldwichtel war Falknerin Sonja Senica mit ihren Greifvögeln zu Besuch.
Schleiereule Schatzi zu Besuch in der Kita Waldwichtel in Südkirchen.
Burkhard Wellpott mit Wüstenbussard in der Kita Waldwichtel Südkirchen.

Anders sieht es bei Uhu „Charly“ aus: Der imposante Greifvogel mit dem dichten braunen Gefieder und den riesigen orangenen Augen ist ein Aufmerksamkeitsmagnet. „Die Augen eines Uhus sind riesengroß und gehen weit in den Kopf hinein. Man sieht nur einen Teil des Auges“, erläutert Senica. Das Highlight steht aber noch bevor. Die Kinder dürfen nun – unter Anleitung von Falknerin Sonja Senica – die Schleiereule Schatzi auf die Hand nehmen. „Einmal da rein“, sagt Senica und reicht Hannah einen dicken Lederhandschuh. Der soll vor den Krallen schützen. „Deine Hand ist gleich der Ast, auf dem Schatzi sitzt“, erklärt sie, während sie die Schleiereule auf dem Handschuh platziert. Stolz betrachtet Hannah den Vogel, den sie auf der einen Hand balanciert, während sie mit der anderen Hand vorsichtig Schatzis Bauch streichelt.

Obwohl die Vögel brav mitmachen – in ihrer Natur liegt der Kontakt mit Menschen nicht. Greifvögel seien keine Haustiere, sagt Sonja Senica. „Das ist nicht vergleichbar, sie sind nicht domestiziert“. Das bedeutet: Wenn sie nicht jeden Tag mit den Tieren arbeitet, verwildern sie wieder. Das habe damit etwas zu tun, dass die Tiere „nicht an den Menschen gebunden sind“.

Sie könnten sich jederzeit dafür entschieden, ihr Zuhause zu verlassen. Aber: „Bei mir ist es für sie wie im Hotel Mama.“ Solange der Aufenthalt für sie Nutzen bedeute, sie also Futter bekommen, kämen sie immer wieder zurück. „Die bleiben aus Bequemlichkeit“, fasst die Falknerin das Motiv der Tiere zusammen.

Faszination Greifvögel

Sie selbst hat sich schon als junges Mädchen von der „Faszination Greifvögel“ anstecken lassen: „Ich bin ländlich aufgewachsen und konnte die Tiere immer wieder beobachten“, erzählt sie. Aber: „Nur aus der Ferne.“ Sie sei dann, wann immer sich die Gelegenheit bot, zu Falknershows gegangen. „Irgendwann habe ich dann einen Falknertag geschenkt bekommen.“ Anschließend entschloss sie sich, den Jagdschein zu machen. Dieser ist zwingende Voraussetzung, um Falkner oder Falknerin zu werden.

Die Arbeit mit den Tieren ist zeitaufwendig. „Ich habe das große Glück, dass ich ehrenamtliche Helfer habe“, sagt sie. Seit einigen Jahren arbeitet sie hauptberuflich mit den Greifvögeln. Zu ihren Angeboten zählen unter anderem Fotoshootings und Falknerworkshops. Kindergartenbesuche findet sie wichtig. Denn das seien „die Erwachsenen von Morgen“. Diese Besuche gäben ihr die Möglichkeit, „Bewusstsein zu verändern“. Damit die Kinder zum Beispiel nicht an verletzten Eulenküken vorbeigehen, sondern sich um diese kümmern. Das ließe sich nur erreichen, „wenn Leute meine Faszination teilen“, sagt sie. Zwischenzeitlich klettert Schleiereule Schatzi blitzschnell auf Sonja Senicas Kopf. Die lacht. „Sie lieben es einfach, am höchsten Punkt zu sitzen.“

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