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Kinowelt an Canal Plus verkauft

Leipzig (dpa) Der Verkauf der Leipziger Kinowelt-Gruppe an den französischen Bezahlsender Canal Plus ist perfekt. Das zum Vivendi- Konzern gehörende Pay-TV-Unternehmen übernimmt über seine Tochter StudioCanal (Paris) die Kinowelt zu 100 Prozent.

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Kinowelt an Canal Plus verkauft

Im Hauptgebäude von Kinowelt

Der Verkauf der Leipziger Kinowelt-Gruppe an den französischen Bezahlsender Canal Plus ist perfekt. Das zum Vivendi- Konzern gehörende Pay-TV-Unternehmen übernimmt über seine Tochter StudioCanal (Paris) die Kinowelt zu 100 Prozent.

Die Verträge seien am Mittwoch unterschrieben worden, teilte die Kinowelt am Donnerstag mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Laut «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag) fließen 70 Millionen Euro. Kinowelt-Gründer Michael Kölmel und sein Bruder Rainer bleiben in ihrer bisherigen Funktion in Einkauf und Vertrieb im Unternehmen. Die Franzosen erhoffen sich über die Kinowelt einen direkten Zugang zum deutschen Markt.

«Kinowelt wird im Konzern die Rolle des Spezialisten für den deutschen Markt spielen. Das kann nur ein hier verwurzeltes Unternehmen», sagte ein Kinowelt-Sprecher. Deshalb werde der Standort Leipzig an Bedeutung gewinnen. Es sei nicht an eine Verlagerung gedacht. Mit dem Verkauf der Kinowelt an einen starken internationalen Partner könne das Unternehmen weiter wachsen.

Die Leipziger Kinowelt ist einer der größten DVD-Anbieter in Deutschland. Darüber hinaus verleiht und produziert das Unternehmen Filme für Kino und Fernsehen. Das Vorgängerunternehmen Kinowelt Medien AG in München war 2001 pleitegegangen. Sein Filmstock und Geschäftsanteile ehemaliger Tochtergesellschaften bilden die Basis der Leipziger Neugründung.

Außerdem kaufte Kölmel aus dem insolventen Kirch-Imperium die Filmbibliothek und hat damit die Rechte an rund 10 000 Titeln. Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Münchner Kinowelt war der einstige Börsenstar Kölmel wegen Untreue und Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Jahr 2006 hatte Kinowelt mit 150 Mitarbeitern einen Umsatz von 106,8 Millionen Euro erzielt.

Die Canal Plus-Gruppe machte 2006 den Angaben zufolge einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und beschäftigt 3700 Mitarbeiter. StudioCanal ist Marktführer bei Produktion, Erwerb und Vertrieb von Spielfilmen in Frankreich und Europa.

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