Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Dohlennest verstopfte Kamin - Familie in Lebensgefahr

Warnung

KIRCHHELLEN Nur haarscharf ist Familie Wiethoff einer Tragödie entgangen. Dohlen, die Rabenvögel mit dem weißen Kragen, hatten sich im Kamin des Hauses eingenistet und hätten beinahe ein großes Unglück heraufbeschworen.

von Von Holger Steffe

, 22.04.2010
Dohlennest verstopfte Kamin - Familie in Lebensgefahr

Jetzt haben Nicole Wiethoff und Töchterchen Annemarie gut lachen. Am 10. April verstopfte ein Dohlennest den Kamin. Bezirksschornsteinfegermeister Michael Rößler (li.) und Azubi Lucas Kempken-Sek (re.) haben den Kamin der Familie Wiethoff am Lippweg nun mit einem Dohlenschutzgitter versehen.

Am Abend des 10. April nimmt Nicole Wiethoff plötzlich graue Schwaden im Wohnzimmer wahr, nachdem sie ihre zwölf Monate alte Tochter Annemarie zu Bett gebracht hat. Nicole Wiethoffs erste Reaktion: Sie reißt die Fenster im Wohnzimmer auf. Dann erkundigt sie sich bei den Untermietern, ob ihnen etwas an deren Kamin aufgefallen sei. Diese verneinen, löschen aber vorsorglich das Feuer im Kamin. „Um 22.30 Uhr dann ein Knall und weißer Rauch, der sich im Wohnzimmer ausbreitet!“ Nicole Wiethoff ist immer noch erschrocken, wenn sie an diese unangenehme Überraschung zurückdenkt.

Ehemann Sven ist zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs. Das Töchterchen schläft weiterhin den Schlaf der Gerechten, während Nicole Wiethoff die Feuerwehr alarmiert. Der jungen Mutter schwant etwas. Sie glaubt, dass ein Dohlennest den Kamin verstopft und damit den Schwelbrand ausgelöst hat. „Hätte Nicole Wiethoff zur späten Abendstunde den Rauch nicht bemerkt, hätten sie und ihre Tochter im schlimmsten Falle durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu Tode kommen können“, ist sich Bezirksschornsteinfegermeister Michael Rößler sicher, dass Mutter und Tochter in Lebensgefahr schwebten. „Leider hätten die Mieter im Parterre den fatalen Fehler begangen“, so der Experte weiter, „das Kaminfeuer mit Wasser zu löschen“. Im Extremfall könne dabei durch die erhebliche Wasserdampfbildung der Kamin bersten und es durch den Überdruck zu Verbrühungen oder Dampfrückschlag kommen. Michael Rößler und die Feuerwehr empfehlen daher dringend, Kamine mit so genannten „Dohlenschutzgittern“ auszustatten. Montiert werden können diese Gitter durch Schornsteinfeger- oder Dachdeckerbetriebe.

Zudem wird eindringlich darauf hingewiesen, beim Kauf eines Kaminofens Kontakt mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger aufzunehmen, um die gesetzlich vorgeschriebene Abnahme der Feuerstelle zu gewährleisten. Damit werden lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftungen verhindert. Familie Wiethoff hat aus dem Zwischenfall gelernt. Sie hat ihren Schornstein auf dem Dach nun durch ein Dohlengitter schützen lassen