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Durch Bergbau in Schieflage

KIRCHHELLEN "Als ich unsere zerstörte Terrasse gesehen habe, musste ich weinen", erinnert sich Elisabeth Brüne. Sie und ihr 89-jähriger Mann Everhard mussten fünf Monate lang eine Baustelle rund um ihr Haus ertragen, da es aufgrund von Bergbauschäden in eine extreme Schieflage geraten war.

von Von Kathrin Wehrmann

, 04.03.2008
Durch Bergbau in Schieflage

Everhard und Elisabeth Brüne haben mit ihrem Haus in Kirchhellen einiges mitgemacht.

1967 beschloss das Ehepaar ein Eigenheim für sich und ihre sieben Kinder zu bauen. Da die Zeche Prosper Haniel nur wenige Kilometer entfernt liegt, fragte Everhard Brüne vor Beginn der Bauarbeiten beim Bergbau nach, ob das Grundstück im Bergbauerwartungsgebiet liege, was die DSK verneinte. "Um uns herum entstand innerhalb der nächsten Jahre eine ganze Siedlung von Eigenheimen, aber es traten auch schnell die ersten Schäden an den Gebäuden auf", blickt die 82-Jährige zurück, die es bedauert, dass einige Familien aufgrund der Schäden wegziehen mussten und die Häuser abgerissen wurden. "Die Nachbarschaft ist gut und wir würden hier nie weggehen", ist sich das Ehepaar einig.

Erste Risse

Doch 1990 entdeckten auch sie erste Risse im Kellerboden, die Bergbauschäden hielten nun auch bei ihnen Einzug. "Es kam jemand raus, der die Spalten zuspachtelte, das war es dann aber auch", so Familie Brüne. Als sie dann sechs Jahre später Risse in der Fassade des Zweifamilienhauses feststellten, wussten sie, dass es mit Zuspachteln nicht mehr getan sein würde. "Nachts bemerkten wir zunehmend Erschütterungen und unsere Türen gingen plötzlich wie von Geisterhand auf." Ein Gutachten musste her, welches ergab, dass es sinnlos war, die Risse weiterhin oberflächlich zu beseitigen. "Ich habe denen auch gesagt, dass im Keller nichts mehr zugespachtelt wird. Ich wollte, dass das Haus richtig saniert wird", erklärt der Kirchhellener.

Gebäude freigelegt

Der Bergbau stimmte dem 89-Jährigen zu, was aber für die beiden Kirchhellener monatelangen Lärm, Dreck und Unannehmlichkeiten bedeutete. Das Haus musste 2006 um 45 Zentimeter angehoben werden. Um das zu erreichen, wurde das Gebäude rundherum freigelegt. Alles, was im Keller vorhanden war, wurde in Containern neben dem Haus gelagert, so dass Elisabeth Brüne nur über eine Holzbrücke, die nach draußen führte, zur Waschmaschine gelangte. "Der Aufwand hat sich aber gelohnt. Gott sei Dank ist alles gut verlaufen." Und eine neue Terrasse gab es auch.

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