Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kohlenmonoxid-Pipeline: Gegner fordern Baustopp

DÜSSELDORF Die Gegner der umstrittenen Kohlenmonoxid-Pipeline des Bayer-Konzerns haben im Landtag einen sofortigen Baustopp gefordert.

Kohlenmonoxid-Pipeline: Gegner fordern Baustopp

Bei einer öffentlichen Anhörung auf Antrag der Grünen kritisierten sie am Mittwoch die Trassenführung durch dicht besiedelte Gebiete. Die Sicherheit sei unzureichend und das vom Landtag eigens erlassene Spezialenteignungsgesetz verfassungswidrig. Unter den Gegnern sind die Kommunen, auf deren Gebiet die 67 Kilometer lange Pipeline gebaut wird, Bürgerinitiativen und Umweltschützer. 65:000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift gegen das Projekt protestiert.

Dagegen betonten Chemie-Verbände und die Chemie-Gewerkschaft IG BCE den Wert der Pipeline für den Wirtschaftsstandort NRW und mehrere tausend direkt betroffener Arbeitsplätze in der Kunststoff-Industrie. Wenn die bereits im Bau befindliche Pipeline nun in Frage gestellt werde, gefährde dies auch künftige Investitionen der Chemie-Industrie in Nordrhein-Westfalen.

Sicherheitsauflagen erfüllt

Die Pipeline nutze auch der Umwelt: Der Transport von Koks aus China für die Produktion entfalle, der Kohlendioxid-Ausstoß in die Umwelt werde um 70 000 Tonnen im Jahr reduziert, 2000 Lastwagen-Fahrten entfielen. Ein Experte des TÜV sagte, die Sicherheitsauflagen würden teilweise übererfüllt. Kohlenmonoxid ist ein gefährliches Atemgift. Es riecht nicht, schmeckt nicht und ist farblos. Für Bayer ist Kohlenmonoxid ein wichtiger Grundbestandteil für die Kunststoff- Produktion.

Risiko-Korridor

Einer Studie des Kreises Mettmann zufolge leben 143 000 Menschen in dem Risiko-Korridor, der bei einem Vollbruch der Pipeline betroffen sein könnte. Ein Vertreter der Stadt Duisburg sagte, mit dem Trassenverlauf seien dicht besiedelte Gebiete geradezu gesucht worden. Die Pipeline soll die linksrheinischen Bayer-Werke in Dormagen und Krefeld-Uerdingen verbinden. Die Trasse verläuft aber überwiegend rechtsrheinisch, muss dafür zwei Mal den Rhein unterqueren und ist 30 Kilometer länger als bei einem linksrheinischen Verlauf.

Anzeige
Anzeige