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Kreditvergabe: Verbraucherzentrale wirft Banken Willkür vor

Berlin (dpa) Verbraucherschützer haben den Banken Willkür und Diskriminierung bei der Kreditvergabe vorgeworfen. Die Bewertung der Verbraucher mithilfe von «Scoring»-Verfahren weise «massive Defizite» auf, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in Berlin.

Verbraucherschützer haben den Banken Willkür und Diskriminierung bei der Kreditvergabe vorgeworfen. Die Bewertung der Verbraucher mithilfe von «Scoring»-Verfahren weise «massive Defizite» auf, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in Berlin.

Kreditinstitute, aber auch Telekommunikationsfirmen missachteten Gesetze, weil Verbraucher nicht genug informiert würden. Die Kreditwirtschaft wies die Kritik zurück. Die Banken steckten Verbraucher in Schubladen und setzten Zinsen offensichtlich willkürlich hoch, kritisierte auch der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen.

Banken und Sparkassen holen vor der Kreditvergabe Informationen über Kunden ein. Dabei verwenden sie zunehmend persönliche Daten über «Scoring»-Verfahren, die die Kreditwürdigkeit messen sollen - etwa Name, Familienstand, Einkommen, Beschäftigungsdauer, Berufsgruppe, Ausgaben, Erfahrungen zu Kontoführung und Krediten. Das Scoring ist auch bei Telefonverträgen, Mietverträgen und im Internethandel Praxis. Die bekannteste Auskunftei ist die Schufa. Das Volumen der Verbraucherkredite liegt nach Angaben der Verbraucherschützer bei rund 230 Milliarden Euro im Jahr, davon 130 Milliarden Ratenkredite. Das Ausfallrisiko betrage aber nur sieben Milliarden Euro.

Der Zentrale Kreditausschuss, ein Zusammenschluss der Bundesverbände von Banken und Sparkassen, hält das «Scoring» dagegen für eine «objektive und genaue Entscheidungsgrundlage», von der die Kunden über günstigere Kreditzinsen durch geringere Bearbeitungskosten profitierten.

Eine Studie im Auftrag der Verbraucherzentralen ergab, dass Banken nach der Bonitätsprüfung stets höhere Zinsen forderten als zuvor etwa über die Werbung angeboten. Die GP Forschungsgruppe (München) schickte 21 Tester von der Zahnarzthelferin bis zum promovierten Beamten in zehn Banken oder Sparkassen, um nach Konditionen zu fragen. Die Angebote hätten bei 3,9 bis 4,5 Prozent gelegen, die tatsächlich offerierten Zinsen bei 7 bis 15 Prozent. In drei Viertel der Fälle entschieden sich die Institute nach Angaben der Verbraucherschützer für ein Kreditangebot - unabhängig von den erfragten Daten.

Mitteilungen der Verbraucherzentrale zu Scoring-Verfahren: www.vzbv.de/go/presse/970/index.html

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