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Kretschmann will «besten» Standort für Atom-Endlager

Stuttgart/Berlin (dpa) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Länder davor gewarnt, sich bei der neuen Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager wegzuducken.

Kretschmann will «besten» Standort für Atom-Endlager

Umstritten als Endlager für Atommüll: Der Salzstock in Gorleben. Archivfoto: Kay Nietfeld

«Es muss der Standort sein, der der beste ist, egal wo er liegt», sagte der Grünen-Politiker der Nachrichtenagentur dpa mit Blick auf ein geplantes Treffen der Länder bei Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am kommenden Freitag. Sein Land solle bei der Endlagersuche deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Auch Gorleben in Niedersachsen bleibe eine Option. «Da Salzstöcke grundsätzlich infrage kommen, bleibt Gorleben erstmal drin.» Die Grünen im Bund und in Niedersachsen wollen die laufende Erkundung von Gorleben stoppen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) lobte Baden-Württembergs Vorstoß zur Prüfung von bundesweit vier bis fünf Standorten. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider forderte einen Stopp des bevorstehenden Castor-Transports mit Atommüll nach Gorleben sowie der dortigen Erkundung für ein Endlager. Es bedürfe dringend der Klärung, wo und wie die radioaktiven Abfälle sicher endgelagert werden könnten, sagte er am Sonntag vor der EKD-Synode in Magdeburg.

Kretschmann sagte, bei dem Treffen der Länder mit Röttgen müsse es darum gehen, sich auf Eckpunkte für eine Endlagersuche zu einigen. Röttgen hatte die Regierungschefs zu dem Endlager-Dialog eingeladen - wie der «Spiegel» berichtet, wollen aber nur Kretschmann und der Niedersachse David McAllister (CDU) persönlich kommen; andere schicken Vertreter. Normalerweise lädt nur die Kanzlerin Landesregierungschefs ein.

Nach einer Emnid-Umfrage für das Magazin «Focus» würden fast die Hälfte der Baden-Württemberger (47 Prozent) ein Atom-Endlager in ihrem Bundesland akzeptieren. In Nordrhein-Westfalen und Bayern bejahten dies jeweils 41 Prozent, in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland jeweils 35 Prozent. Geringer ist die Zustimmung in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen mit 29 Prozent. Am niedrigsten war sie in Ostdeutschland und Berlin mit 25 Prozent.

Greenpeace-Aktivisten hatten am Samstag in rund 45 Städten gegen den bevorstehenden Castortransport nach Gorleben protestiert. Aktionen gab es etwa in Hamburg, Hannover, Münster und Magdeburg. Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl sagte: «Der vielfältige und bunte Protest war ein Vorgeschmack auf den Protest Ende November.»

Baden-Württemberg-Plan für Endlagersuche

Ak End-Empfehlungen für neue Endlagersuche

Endlagerregionen

Gorleben-Dialog des Umweltministeriums

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