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Kritik an Karten-Tests

BERLIN Die Ärzte sind unzufrieden mit der Politik von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD): Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe hat Pläne des Ministeriums kritisiert, mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte schrittweise zu beginnen und auf weitere Versuche mit mehreren 100.000 Patienten zu verzichten.

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Kritik an Karten-Tests

Gesundheitsministerium Ulla Schmidt mit dem Modell einer Gesundheitskarte.

 „Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Erprobungsphase abzukürzen oder gänzlich zur Disposition zu stellen“, sagte Hoppe am Mittwoch unserer Berliner Redaktion. Die Tests seien notwendig, um die festgestellten technischen Mängel zu beheben und die Qualität der Dienste im größeren Rahmen zu testen: „Die Devise muss nach wie vor lauten: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“

Alzheimer-Abgabe

Der Deutsche Ärztetag habe Kriterien für eine Neukonzeption der elektronischen Gesundheitskarte erarbeitet. Blieben diese unbeachtet, werde die Ärzteschaft das Projekt nicht unterstützen. In der Debatte um eine bessere Bekämpfung von Demenzerkrankungen fordert Hoppe eine „Alzheimer-Abgabe“ auf Medikamente. „Schon jetzt gibt es eine Unterversorgung von Demenzkranken. Deshalb halte ich die Idee, beim Kauf von Medikamenten eine 50-Cent-Abgabe für die Alzheimer-Forschung zu zahlen, wie sie derzeit in Frankreich diskutiert wird, für sehr sinnvoll“, erklärte er.

Infolge des demografischen Wandels werde die Zahl der Demenzkranken in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten rasant ansteigen. So müsse man bis zum Jahr 2040 mit einer Erhöhung um etwa 120 Prozent oder einer Gesamtzahl von 2,2 Millionen Fällen von Demenz rechnen. Die bisher veranschlagten Mittel in der öffentlich geförderten Forschung reichten nicht aus.

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