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Künstlerinnen aus Indien erheben ihre Stimme in Wolfsburg

Wolfsburg. Indische Künstlerinnen präsentieren in einer Gemeinschaftsausstellung in Wolfsburg ihre Sicht auf ihr vom Patriarchat geprägtes Land. Die Schau „Facing India“ entstand in engem Dialog mit den sechs beteiligten Künstlerinnen, teilte das Kunstmuseum Wolfsburg am Donnerstag mit.

Künstlerinnen aus Indien erheben ihre Stimme in Wolfsburg

Besucher betrachten das Kunstwerk "Woven Chronicle" der indischen Künstlerin Reena Saini Kallat. Foto: Hauke-Christian Dittrich

Gezeigt werden von Sonntag an Arbeiten von Vibha Galhotra, Bharti Kher, Prajakta Potnis, Reena Saini Kallat, Mithu Sen und Tejal Shah. Die Werke sind sie nach Angaben des Museums als kollektives Plädoyer für Kommunikation und für die Einheit in der Vielfalt zu verstehen, jenseits von Schubladen- und Kastendenken.

In Indien gebe es ganz wenige Ausstellungsmöglichkeiten für zeitgenössische Kunst, sagte Kuratorin Uta Ruhkamp. Die Künstlerinnen im Alter zwischen 38 und 49 Jahren nutzten ihre multimedialen Werke als Orte der gesellschaftlichen Reflexion und thematisierten Identitäts- und Umweltfragen. „Sie haben eine globale Gemeinschaft innerhalb eines Landes“, betonte Ruhkamp. Interessant sei, wie die Künstlerinnen mit ihrer sozialen Verantwortung umgehen und politisch Stellung beziehen.

„Jedes Jahr sterben mehr als zwei Millionen Inderinnen durch Diskriminierung“, sagte die Kuratorin. Beispiele seien selektive Abtreibungen von Mädchen oder Mitgiftmorde wie Brautverbrennungen.

Im Zentrum der bis zum 7. Oktober laufenden Ausstellung befindet sich ein Kommunikationsforum, das den Besuchern einen Überblick über die sechs künstlerischen Positionen ermöglicht. Zu sehen sind unter anderem eine 14 Meter lange Weltkarte aus stacheldrahtähnlichen Elektrokabeln, eine bizarre Skulptur mit Zähnen sowie ein begehbarer Raum aus bedrückend schwarzen Glasziegeln.

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