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Landsiedel: "Ohne Kunstrasen sehe ich keine Zukunft"

SCHWERTE "Ohne Kunstrasen haben wir auf Dauer keine Zukunft!", war auf Transparenten zu lesen, mit denen Jugendliche des SV Geisecke vor der Sportausschuss-Sitzung ihre Wünsche untermauerten. Nachdem ein paar Tage ins Land gezogen sind, sprach RN-Sportredakteur Michael Dötsch mit Hans Landsiedel, dem sportlichen Leiter der Geisecker, über den Stand der Dinge.

von Von Michael Dötsch

, 06.12.2007

Knapp eine Woche nach der Sportausschuss-Sitzung noch mal zurückgeblickt: Sind sie zufrieden, wie es letzten Donnerstag gelaufen ist?Landsiedel: Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Immerhin ist ohne Gegenstimme beschlossen worden, das Projekt Geisecker Kunstrasen weiter zu verfolgen.

Nach jetzigem Stand der Dinge: Für wie hoch halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass der SV Geisecke bald auf Kunstrasen spielt?Landsiedel: Ich halte die Wahrscheinlichkeit nach wie vor für sehr hoch. In der Kostenkalkulation der Verwaltung gibt es einige Positionen, mit denen wir nicht einverstanden sind und die zu streichen sind. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass mit gutem Willen von beiden Seiten am Ende die angestrebte schwarze Null steht.

Und wann wird es so weit sein?Landsiedel: Die Verwaltung hat den Auftrag, bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung im Februar eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Dann wird man weiter sehen. Wenn alles glatt läuft, denke ich, muss man mit dem ganzen planungsrechtlichen Verfahren mit zwei Jahren rechnen.

Auch bei der SG Eintracht Ergste und dem TuS Wandhofen gibt es den dringenden Wunsch nach einem Kunstrasen. Geben sie einem dieser beiden Projekte eine Chance auf Realisierung?Landsiedel: Grundsätzlich bin ich dafür, dass alle Vereine auf Kunstrasen spielen können - aber das geht ja nun mal leider nicht. Das Problem ist, dass die Plätze in Geisecke und Wandhofen abgängig sind - wobei der Wandhofener Platz zugegebenerweise in einem noch schlechteren Zustand ist als unser.

Die Festlegung der Reihenfolge überlasse ich anderen. Nur so viel: Der Platz des Vereins, der sich ja auch schon lautstark zu Wort gemeldet hat (die SG Eintracht Ergste, Anm. d. Red.) ist erst im Jahr 2003 komplett saniert worden.

"Es vergeht kein Tag ohne das Thema Kunstrasen"

Sie haben in den letzten Wochen und Monaten, sogar Jahren, viel Zeit und Energie in das Kunstrasenprojekt gesteckt. Kann man den zeitlichen Aufwand eigentlich in Stunden beziffern?Landsiedel: Das lässt sich schwer greifen. Aber es vergeht kein Tag, an dem nicht das Thema Kunstrasen meine Zeit in Anspruch - ich sag' mal, von einer bis zu sieben, acht Stunden täglich.

Ist die zeitliche Beanspruchung für das Kunstrasenprojekt auch der Grund, warum Sie die Aufgaben des sportlichen Leiters an Senol Kavak abgegeben haben? Und tun Sie dies mit Bauchschmerzen?Landsiedel: Der Kunstrasen ist ein Argument, das dazugehört. Aber Bauchschmerzen habe ich dabei keineswegs. Viel mehr ist das ein dringend notwendiger Schritt, diese Aufgaben jemandem anders zu übertragen, denn der jetzigen Fußballer-Generation bin ich altersmäßig mittlerweile entwachsen. Da bietet es sich doch an, dass jemand die Gespräche mit den Spielern führt, der zur nächsten Generation gehört und der ja auch noch als Spieler bei uns im Verein aktiv ist.

"Eine hervorragende Adresse im Schwerter Fußball"

Nochmal zurück zum Kunstrasen. Was würde es Ihnen persönlich bedeuten, wenn wirklich irgendwann mal der Ball auf einem Kunstrasen auf Geisecker Boden rollen würde?Landsiedel: Das würde bedeuten, dass ich die Zukunft des Vereins sehr optimistisch sehe, denn ich denke, dass der SV Geisecke eine hervorragende Adresse im Schwerter Fußball ist - nur die äußeren Bedingungen stimmen eben nicht. Deshalb: Ohne Kunstrasen sehe ich über kurz oder lang keine Zukunft für den Verein.

Und zur Platz-Eröffnung spielt dann der SV Geisecke gegen Borussia Dortmund, oder?Landsiedel: Falls wir den BVB zur Eröffnung einladen sollen, muss er sich aber noch erheblich steigern.

ZUR PERSONWie kein Anderer prägte Hans Landsiedel (66) in den letzten zwei Jahrzehnten das Geschehen beim SV Geisecke. Mitte der 80er, nach seinem Umzug von Hombruch nach Geisecke, übernahm Landsiedel den Posten des sportlichen Leiters, den er - mit dreijähriger Unterbrechung - bis heute innehat. Seit vielen Jahren verfolgt Landsiedel die Kunstrasenpläne für "seinen" SV Geisecke.

 

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