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Ausstellung „Radioaktiv“ mit Kunstaktion eröffnet

Galerie Brücke

Die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll hat seit vergangenem Sonntagnachmittag ein Ende. Bei herrlichstem Sonnenschein und unter dem Beifall vieler Gleichgesinnter hielt der Orden der Atomianer, die Priesterschaft des Atommülls, in einer höchst feierlichen Zeremonie Einzug in die Galerie Brücke. Dort wurde die Ausstellung "Radioaktiv" eröffnet.

Asbeck

von Denise Perrevort-Elkemann

, 20.07.2016

Im beschaulichen Asbeck weihten sie das erste Atommüll-Endlager ein. Die Reaktionen, die der Einzug der in schwarzen und weißen Kutten gekleideten und mit Gesichtsmasken verhüllten Atomianer inmitten des historischen Dorfkerns bei Anwohnern und Touristen hervorrief, waren vielseitig: Von stiller Betrachtung, vorsichtiger Nachfrage bis hin zum kopfschüttelnden Abwenden war alles zu sehen. Doch das, was mitunter als "skurril" oder "verrückt" abgetan wurde, hat einen ernsten und leider nur allzu realistischen Hintergrund.

Malereien, Skulpturen, Installationen

"Seit etwa einem Jahr haben mein Mann Hans und ich diese Ausstellung mit dem Titel "Radioaktiv" mit Malereien, Skulpturen, Installationen und einer Performance vorbereitet", erklärte Petra Nijman (Foto), Inhaberin der Asbecker Galerie. Die Idee sei bei einem Besuch einer Demonstration an der Urananreicherungsanlage Gronau entstanden, das Thema selbst habe sie aber schon lange beschäftigt.

Krähen verursachen Gänsehaut

"Ich weiß noch, als ich das erste Mal nach Asbeck kam, musste ich am Endlager vorbeifahren", so Nijman. Schon von Weitem habe sie die gelben Kreuze und schwarzen Fahnen gesehen, ohne zu wissen, wofür diese stehen. "Gerade als ich dann am eigentlichen Lager vorbeifuhr, flog eine Schar Krähen über das Gelände und alles zusammen hat mir eine richtige Gänsehaut verursacht."

Und genau dieses Gefühl sei es, das sie und ihr Mann mit ihren Werken in Farbe und Form umsetzen wollten. "Radioaktivität ist ja nicht sichtbar, und so habe ich in meinen informellen Gemälden versucht, mittels Farbe zu zeigen, wie unser Lebensraum von der atomaren Strahlung bedroht wird."

Zerstörung der Natur

Einen ganz anderen Weg der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema wählte ihr Mann. In einem Gemälde blickt der Betrachter durch ein weißes Sprossenfenster auf eine von Radioaktivität gezeichnete Welt, und auch die Skulptur "Saurer Regen" thematisiert diese Zerstörung der Natur. Deutlich plakativer und unübersehbarer ist das von Hans Nijman konzipierte und mithilfe der Gäste aus 195 einzelnen Metallfässern vor den Toren der Galerie erbaute Endlager.

Hand in Hand und unter der Anleitung von Hans Nijman entstand so ein Mahnmal, dass die Gefährlichkeit der Atomkraft und die immer noch unklare Endlagerregelung vor Augen führt und zugleich deutlich macht, dass es viele Menschen gibt, die nicht nur vom Atomausstieg reden, sondern auch anpacken, wenn es darauf ankommt.

Galerie Brücke, Brückenstraße 3, Mi/Do/So 14-18 Uhr, und nach Vereinbarung: Tel. (02566) 559270