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Briefe an Rika erzählen Geschichte

Schüler forschen nach jüdischem Leben

24.05.2007

«Wir», das sind sieben Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Realschule sowie ihr Geschichtslehrer Hermann Löhring. Die «liebe Rika» ist Frederika Seligmann aus Legden, die als Jüdin von den Nazis deportiert und höchstwahrscheinlich bei den Massenerschießungen in der Gegend um Riga ermordet wurde. Offiziell gilt sie als verschollen. Und das Publikum, dem die Schüler ihre fiktiven Briefe an Rika am Dienstagabend vorgelesen haben, sind mehr als 50 Legdener, die der Einladung des Heimatvereins ins Haus Weßling gefolgt sind. Gemeinsam mit ihrem Lehrer hatten sich die Schüler in diesem Schuljahr auf den Weg in die Vergangenheit der jüdischen Familien Seligmann und Rosenbaum aus Legden begeben (Münsterland Zeitung berichtete) . «Gefühle, Gedanken und Anmerkungen können gut in Briefen ausgedrückt werden», begründet Jochen Hüls, einer der Realschüler, warum sie die Ergebnisse ihrer Arbeit in Form von Briefen präsentiert haben. Als Quellen dafür dienten Dokumente aus dem Archiv der Oberfinanzdirektion Münster und dem Staatsarchiv sowie aus dem Gemeindearchiv, aber auch Zeitzeugenberichte in der Regel von älteren Familienangehörigen. Der Gruppe gelang es sogar, den Personalausweis von Rika Seligmann ausfindig zu machen - und mit ihm das Foto, das die Schüler so fesselte. «Das Haus der Familie Seligmann steht immer noch auf der Hauptstraße, früher Dorf Nummer 68», so Marius Dües. «Bis 1862 lebten die Mitglieder der Familie jedoch im Busshook», ergänzte Jochen Hüls. So unterschiedlich die Lebensläufe der Legdener jüdischen Glaubens waren, die nationalsozialistische Gräuel bestimmte ihnen das gleiche grausame Ende zu: Wie über 1000 jüdische Menschen des Münsterlandes wurden sie nach Riga deportiert - unter ihnen auch Rika. Sie wurde wahrscheinlich in den Wäldern bei Riga erschossen - im Alter von 42 oder 43 Jahren. kro

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