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Endspurt vor dem Ansturm

Legden Im August verreisen? Auf so eine Idee kommen vier Familien der Legdener Bauerschaft Wehr erst gar nicht - genauso wenig wie ihre Freunde und Verwandten. Dabei nehmen sich alle dann Urlaub, jedes Jahr - für den Düstermühlenmarkt.

24.08.2007

Leises Sirren: Stefan Lösing hat den Akku-Bohrer angesetzt. Schraube für Schraube dreht er fest: nicht hektisch, aber zügig. Es ist Freitagvormittag, da haben der 21-Jährige und seine Nachbarn rund um die Düstermühle keine Zeit zu verlieren. Bis spätestens heute Nachmittag 18 Uhr, wenn die Kirmes beginnt, müssen alle Verwandlungen abgeschlossen sein - die von den Viehweiden in Flaniermeilen, von einsamer Idylle in wogende Menschenmenge, von beschaulicher Stille, die nur von Hundegebell oder Hahnenschrei durchschnitten wird, in laute Betriebsamkeit mit Live-Musik bis in den Morgen.

Spätestens dann hat auch Stefan Lösing die Bohrmaschine weggepackt - aber nicht, um sich ins Vergnügen zu stürzen wie seine Kumpels, sondern um weiter zu arbeiten - dieses Mal in einem der zwei Festzelte: "Zapfen bis in den Morgen", sagt und lächelt tapfer: "Das ist hier nun einmal so."

Immerhin. Stefan kann die Gäste sehen, die er bedient. Seine Nachbarin Maria Kerkhoff bekommt in den nächsten drei Tagen in der Regel keine Fremden zu Gesicht. Denn die dürfen es sich zwar in ihrer gemütlichen Diele bequem machen, aber nicht in ihrer Küche, und die werde ich wohl kaum verlassen", weiß die 71-Jährige aus Jahrzehnte langer Erfahrung. Schnitzel, Suppen, Saucen: "Wir kochen alles selbst."

Gelegenheit, um über das nächste Mittagessen nachzudenken, hat Heinrich Schlätker (85) noch nicht. Mit seinem Schwiegersohn schreitet er die Weide hinter seinem Hof ab, wo weiße Hölzer im grünen Boden die einzelnen Standplätze der Aussteller markieren, die nach und nach eintreffen

Reinhard Dondrup von der Düstermühle, die dem traditionellen Markttreiben ihren Namen gegeben hat, teilt das Lampenfieber der Bauernfamilien: "Erst hat man etwas Bammel, ob alles klappt, und dann ist man fast traurig, wenn der Markt wieder vorbei ist." sy-

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