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Gedämpftes Wachstum prognostiziert

Podiumsdiskussion

LEGDEN „Wie stabil ist der Aufschwung?“ Dieser Frage ging die Podiumsdiskussion des Unternehmensverbands AIW, der Wirtschaftsinitiative Legden-Asbeck (Wila) und der IHK Nord Westfalen nach.

von Von Michael Schley

, 29.04.2010
Gedämpftes Wachstum prognostiziert

<p>Gemeinsam luden Wilhelm Terhörst (Wila, vorn), Ludger Gevers (AIW, 2. v. r.) und Hans-Bernd Felken (IHK, r.) ein.

In seiner Einführung legte Hans-Bernd Felken (IHK) den jüngsten Konjunkturbericht vor. Nach „katastrophalen Zahlen für Nordrhein-Westfalen in 2009“ kündige dieser nun „eine Wende ohne Schwung“ an. Zu dieser konjukturellen Prognose bezog anschließend Prof. Dr. Thomas Siebe von der Fachhochschule Gelsenkirchen Stellung. Rückblickend seien im Kreis Borken im vergangenen Jahr rund 2000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze weggefallen, währenddessen der Kreis Coesfeld nahezu unbeschadet aus dieser Krise hervorgegangen sei.

„Im Abschwung ist die Investitionsgüterlastigkeit ein Standortnachteil“, so Prof. Siebe, der von guten Frühindikatoren berichten konnte. Insbesondere die Exporte wirkten wieder als „Motor der Wirtschaft“ in Richtung Wachstum. Er schränkte ein, dass nicht alle Branchen gleichermaßen anzögen. Für Euphorie gebe es trotz der guten Indikatoren keinen Anlass. „Mittelfristig werden höhere Zinsen und Steuern sowie niedrigere Staatsausgaben im Zuge des notwendigen Konsolidierungsbedarfs im Deutschland und in der EU das Wachstum dämpfen“, so Siebes Einschätzung. Als besondere Risiken machte er die Solvenzprobleme im EU-Raum sowie fehlendes Vertrauen und wenig Transparenz im Finanzsektor aus, eine „selbsttragende Binnenkonjunktur“ sei noch nicht in Sicht.

Zum „Gespenst namens Kreditklemme“ nahm anschließend Peter Gaux (WGZ Bank Düsseldorf) Stellung. „Gerade die der Region verbundenen Banken, die in die Regionalwirtschaft investieren, sind bestrebt, gerade dem prägenden Mittelstand ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen“, konnte Gaux ein Kreditklemme für die Region verneinen. Zudem stünden reichlich Fördermittel von staatlicher Seite flankierend zur Seite. Anders sehe die Lage bei Geldinstituten aus, die „Risikokapital anderweitig gebunden“ hätten – etwa im Investmentbereich. Das Problem sei ein ganz anderes: „Die Rezession hat Spuren in den Jahresabschlüssen hinterlassen. Auf dieser Basis ist die Kreditvergabe allein natürlich schwierig“, so Gaux – die aktuellen Auftragszahlen widersprächen dieser Beurteilung natürlich. Deshalb genieße Kommunikation und Transparenz oberste Priorität.