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Groß und Klein tanken Ruhe im Kindergarten

19.12.2007

Asbeck Zehn Sterne strahlen am grünen Tannenbaum aus Pappe, der außen an der weißen Tür hängt. Drinnen strahlen zehn Kinder mit ihren Müttern um die Wette. Basteln, Malen, Spielen und damit mitten im Weihnachtsstress Zeit füreinander haben - das gefällt Klein und Groß gleichermaßen.

"Bitte einen Stern", sagt Sandra Hollard und blickt zusammen mit Söhnchen Jannis von der runden weißen Kerzen vor sich hoch. Der Dreijährige drückt bereits seinen Zeigefinger auf die Stelle, die den kleinen Himmelskörper schmücken soll. Die Angesprochene, Renate Wissing-Haverkock schräg gegenüber am niedrigen Kindertisch, greift fröhlich in die Tüte. "Ein Stern", stimmt sie lachend an, und die insgesamt drei anderen Mütter um sie herum fallen sofort mit ein, "der deinen Namen trägt..." Jannis und seine Freunde blicken sich einen Moment etwas irritiert an. Wenn jemand hier im Kindergarten singt, dann sind es doch eigentlich die Kinder. Aber egal - hauptsache, es macht Spaß. Und das beweisen die fröhlichen Gesichter.

Sicher, auch zu Hause beschäftigten sie sich mit den Kindern, bastelten und spielten. "Aber wenn man mal ehrlich ist", sagt Michaela Hölscher, "dann kommt das gerade in den hektischen Tagen vorm Fest doch oft zu kurz." Die anderen Mütter nicken: Da eine Adventsfeier vom Verein, da ein Jahresabschluss mit Arbeitskollegen, und dann auch noch die ganzen Vorbereitungen für das Familienfest - "das ist oft Stress pur!"

Die Asbecker Weihnachtswerkstatt, die der Margareta-Kindergarten erstmals anbietet (heute zum letzten Mal) will dagegen steuern - mit Erfolg. "Hier wird man regelrecht gezwungen, sich ein bis zwei Stunden Zeit für nur ein Kind zu nehmen", erklärt Hölscher lächelnd. Gerade in größeren Familien sei das ein Luxus. "Ich genieße es", ergänzt die junge Frau, während sich der dreijährige Mathis - mit der Bastelschere in der Hand - an sie schmiegt.

Kindergartenleiterin van Wüllen und ihr Team haben in ihrer Adventswerkstatt einen Weihnachtsparcours zusammengestellt: Kerze gestalten, Bilderbuch lesen, Mandala ausmalen, ein Spiel machen und Waffeln essen - jeweils nur für zehn Kinder mit Elternbegleitung. "Sonst wird es zu eng und hektisch." Und schließlich gehe es ja darum, zur Ruhe zu kommen.

Mit Erfolg: Renate Wissing-Haverkock blickt erschrocken auf die Uhr. "So spät ist es schon", ruft sie und stellt die Kerze zurück. Jetzt muss sie sich beeilen, um pünktlich zur Weihnachtsaufführung in der Grundschule zu sein, wo ihr älteres Kind mitspielt. "Aber dieser Morgen hier", sagt sie im Aufstehen von den winzigen Stühlchen, "hat mir wirklich gut getan." sy-

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