Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Klimaschutzpreis für die Wildbienenhilfe

Landwirtschaft

Zehn Wildbienenhotels hat der landwirtschaftliche Ortsverband Legden-Asbeck in Eigenregie aufgestellt. Dafür gab es jetzt einen Klimaschutzpreis. Die Hintergründe.

Legden

, 08.11.2018
Klimaschutzpreis für die Wildbienenhilfe

Diskutierten intensiv darüber, wofür das Preisgeld des Klimaschutzpreises im kommenden Jahr nachhaltig im aktuellen Projekt investiert werden kann (v. l.): Monika Schürmann von Innogy, Bürgermeister Friedhelm Kleweken sowie die Landwirte Heinz Brügger aus Asbeck und Christian Bomberg aus Legden. © Till Meyer

Ein Blick aus nächster Nähe verrät, hier sind bereits etliche Bewohner eingezogen. Und etwas, das alle Bewohner eint, sind die drei Beinpaare, denn das Konstrukt aus Holz, Ziegel und Draht ist ein Wildbienenhotel.

Mehr als 230 Wildbienenarten stehen in Deutschland auf der Roten Liste, 26 Arten sind sogar bereits als extrem selten eingestuft. Da sind die insgesamt zehn Wildbienenhotels, die der landwirtschaftliche Ortsverband Legden-Asbeck im Frühling 2017 in der Region aufgestellt hat, eine willkommene Nisthilfe. „In allen Kisten ist Leben“, freut sich Heinz Brügger vom landwirtschaftlichen Ortsverband Asbeck.

Klimaschutzpreis

Und für dieses Projekt hat der landwirtschaftliche Ortsverband Legden-Asbeck am Mittwochmorgen den mit 1000 Euro dotierten Klimaschutzpreis von Innogy überreicht bekommen, der bereits seit zwölf Jahren von der Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE verliehen wird. Dass die Wahl in diesem Jahr auf das Bienenhotel-Projekt fiel, hat mehrere Gründe.

Innogy-Referentin Monika Schürmann erklärt: „Der Preis wird für besonders wirksame, innovative und nachhaltige Umweltschutzprojekte verliehen. Und das, was die Landwirte hier auf die Beine gestellt haben, rechtfertigt die Verleihung in vollem Maße.“

Das Projekt ist zugleich auch ein Versuch. Ein Versuch zu zeigen, dass Landwirtschaft und Natur- beziehungsweise Artenschutz Hand in Hand funktionieren können. „Pflanzen- und Tierschutz ist natürlich immer ein heiß diskutiertes Thema, aber wir zeigen ja aktuell mit unserem Projekt, dass Landwirtschaft und Artenschutz parallel klappen kann“, stellt Christian Bomberg vom landwirtschaftlichen Ortsverband Legden dar.

Denn dadurch, dass die Insektenhotels angenommen würden, zeige sich ja auch, dass die Belastung der Umwelt durch ausgebrachte Pflanzenschutzmittel auf den Felder in unmittelbarer Nähe sehr gering sei. „Die moderne Technik ermöglicht einen sehr gezieltes Ausbringen“, so Christian Bomberg.

In Eigenregie entstanden

Die Insektenhotels selbst sind durch Eigenregie der landwirtschaftlichen Ortsverbände in Zusammenarbeit mit Imkern entstanden und komplett spendenfinanziert. Das Grundgerüst aus Holz hat eine Fachfirma angefertigt und die Ziegeln für das Dach stammen von alten, abgerissen Industriegebäuden in Legden. „Das Innenleben, also die Nistflächen, haben wir Landwirte aus Material von unseren Höfen in Eigenregie gebaut“, berichtet Heinz Brügger. Bürgermeister Friedhelm Kleweken hob hervor: „So ein Engagement ist nicht selbstverständlich, das muss man ganz klar so sagen. Es ist sehr positiv, was hier passiert.“

Ebenso wurden im Sommer viele Blühstreifen rund um die Felder angelegt. „Nur ein Nistplatz reicht ja nicht, die Insekten brauchen ja auch eine spezielle Nahrungsgrundlage“, skizziert Christian Bomberg. Die Blühstreifen sind dabei einjährig angelegt und wandern Jahr für Jahr. Denn erstens sei das gewählte Saatgut nicht winterfest und zweitens könne so die Altfläche gut von Unkraut befreit werden, erläutert Heinz Brügger.

In was genau die 1000 Euro des Klimaschutzpreises investiert werden, steht auch schon fest - zumindest teilweise. „Wir werden davon neues Saatgut für die Blühstreifen im kommenden Jahr kaufen, denn so werden wir sicherlich noch viele weitere Landwirte animieren können, auch solche Blühstreifen anzulegen“, so Christian Bomberg.

Lesen Sie jetzt