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Netzbetreiber reagiert auf Kritik aus Dialogveranstaltungen

Amprion schlägt mehr Varianten für A-Nord vor

Amprion schlägt der Bundesnetzagentur Korridorvarianten für die Stromautobahn vor. Aus Legden kommt Kritik an der Vorgehensweise.

Legden/Kreis

, 14.03.2018
Netzbetreiber reagiert auf Kritik aus Dialogveranstaltungen

© Klose, Amprion

Amprion hat auf die vielen Proteste, Anregungen, Gespräche bei den Dialogveranstaltungen wie zuletzt in Südlohn und Vreden reagiert. Der Umfang der infrage kommenden Korridoralternativen für die Stromautobahn wurde noch einmal angepasst. Das teilte der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber am Mittwoch mit. Eine der Alternativen führt durch Legden. Sowohl Bürgermeister Friedhelm Kleweken als auch Christian Bomberg, Vorsitzender des Landwirtschaflichen Ortsverbandes, sehen diese Entwicklung kritisch.

Zwar bleibt das Anfang des Jahres vorgestellte Korridornetz gleich, auch am von Amprion favorisierten Vorzugskorridor ändert sich nichts. Jedoch wird das Unternehmen der Bundesnetzagentur aus dem bereits bestehenden Netz weitere Korridorvarianten zur näheren Untersuchung vorschlagen. Diese Erweiterung betrifft östliche Korridore, schwerpunktmäßig im Münsterland.

Kleweken: „Man fühlt sich getäuscht“

Bürgermeister Friedhelm Kleweken sagte gestern auf Anfrage der Münsterland Zeitung: „Man fühlt sich etwas getäuscht.“ Immerhin sei Amprion seit Januar in vielen Veranstaltungen durch die Lande gezogen und habe informiert. „Dabei sind die östlichen Trassen zwar noch dargestellt worden, aber als dritte Wahl. Jetzt stehen sie wieder als Alternative zur Debatte“, so der Bürgermeister. Beunruhigt ist Friedhelm Kleweken allerdings nicht.

Er verweist auf die Mitteilung von Amprion. Darin wird A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering zitiert: „Wir möchten aber gleichzeitig die klare Botschaft in die Regionen senden, dass unser Vorzugskorridor unverändert im Westen bleibt und weiterhin die aus unserer Sicht zu favorisierende Variante für die spätere Erdkabeltrasse ist.“

Genug Leitungsbau-Projekte in Legden

Christian Bomberg wird an diesem Donnerstag bei einer Vorstandssitzung überlegen, ob weitere Proteste notwendig sind. In der Vergangenheit haben sowohl der Landwirtschaftliche Ortsverband als auch etliche Landwirte Stellungnahmen an die Bundesnetzagentur geschickt. „Je mehr Stellungnahmen, desto besser“, so Bomberg.

„Es reicht“ – diesen Satz sagen sowohl Christian Bomberg als auch Friedhelm Kleweken. Beide verweisen auf die Tatsache, dass Legden bereits mit drei großen Leitungsbau-Projekten konfrontiert ist. Schon begonnen hat Open Grid Europe mit dem Bau der Loop-Leitung Epe-Legden. Es folgt die Zeelink-Leitung aus Richtung Rosendahl kommend. Neben diesen Gasleitungen ist auch Amprion in Legden unterwegs und baut eine 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung. „Da sind kaum noch Abstände möglich“, setzt Bomberg darauf, dass der Legdener Korridor allein aus praktischen Gründen endgültig nicht in Frage kommt.

Antrag wird Ende März eingereicht

Amprion reagiert mit der Veränderung auf zahlreiche Rückmeldungen aus den vergangenen Wochen, die unter anderem bei den Dialogveranstaltungen ab Januar an das Projektteam herangetragen wurden. „Diesen Argumenten wollten wir Rechnung tragen und haben uns nach intensiven Überlegungen für diesen Schritt entschieden. “, sagt A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering.

Ende März reicht Amprion den Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur ein. Die Bundesnetzagentur ist die Genehmigungsbehörde für das 300 Kilometer lange Gleichstromvorhaben A-Nord. In diesem Antrag sind neben dem Vorzugskorridor auch die infrage kommenden Alternativen enthalten. Ziel der Bundesfachplanung ist es, zunächst einen 1000 Meter breiten Korridor für die spätere Erdkabeltrasse festzulegen.

Die Entscheidung, welche Segmente in Frage kommen und in den nächsten Monaten tiefer untersucht werden müssen, liegt bei der Bundesnetzagentur. Amprion betont in seiner Mitteilung, dass es völlig offen ist, ob sie dabei dem vorgeschlagenen Korridornetz zustimmt. So sei es möglich, dass noch neue Varianten hinzukommen, oder dargestellte Korridore gestrichen werden.

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