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Schüler auf den Spuren der Legdener Juden

Sekundarschule

Achtlos gehen viele Passanten an den Stolpersteinen im Ortskern vorbei. Jetzt geraten sie in den Blickpunkt der Sekundarschüler.

Legden

, 12.10.2018
Schüler auf den Spuren der Legdener Juden

Heinz Kroschner (l.) und Daniel Tenbrink an den Stolpersteinen an der Hauptstraße.

Sechs Stolpersteine erinnern in Legden daran, dass hier früher jüdische Mitbürger gelebt haben. An der Kirchstraße und der Hauptstraße sind sie in die Bürgersteige eingelassen. Was hinter den sechs Steinen, hinter den sechs Namen steckt, wollen in diesen Wochen die sieben Klassen an der Sekundarschule in Legden erforschen.

Heinz Kroschner gab den Anstoß

Der Anstoß kam von Heinz Kroschner. Das Mitglied des Heimatvereins Legden hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, auch schon selbst zu Rundgängen eingeladen und jetzt Pastororalreferent Daniel Tenbrink für die Geschichte der jüdischen Mitbürger interessiert.

Schüler auf den Spuren der Legdener Juden

Der jüdische Friedhof liegt am Westring, Ecke Ahauser Straße (B474). © Ronny von Wangenheim

Die Beschäftigung mit der NS-Zeit ist nun ein Projekt innerhalb der neu gestalteten Schulgottesdienste der Sekundarschule in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Brigida-St. Margareta. Seit dem letzten Schuljahr gibt es wöchentlich – neben regelmäßigen Gottesdienstfeiern – auch immer wieder Projekte, die religiöse wie gesellschaftliche Themen aufnehmen.

Erinnerung wachhalten

Heinz Kroschner informiert über das neue Projekt: „Ziel ist es, die Erinnerung an die jüdischen Mitbürger in Legden aufrecht zu erhalten und so gegen das Vergessen vorzugehen, damit ihr Andenken auch in der jüngeren Generation lebendig bleibt.“

Es gibt einige wenige Orte der Erinnerung.

Die Stolpersteine erzählen von der Familie Seligmann und der Familie Rosenbaum, die in Legden lebten. Die Steine wurden vor dem letzten frei gewählten Wohnort der Familienmitglieder verlegt, vor der Hauptstraße 22 und vor der Kirchstraßen 18. Name, Geburtsjahr, Deportation, Ermordung oder das Überleben sind dokumentiert. Fünf der sechs Legdener Juden wurden in Auschwitz, Riga oder Stutthof ermordet. Mit Grete Eichenwald, geborene Seligmann, gibt es nur eine Überlebende.

Jüdischer Friedhof

Dicht an der Bundesstraße 474 und doch abseits liegt der jüdische Friedhof an der Ecke zum Westring. Dort wurden bis 1938 die verstorbenen jüdischen Mitbürger beigesetzt. Die meisten Grabsteine sind aber noch aus älteren Tagen. Diese Orte können Ausgangspunkt für die Sekundarschüler sein.

Zurückgreifen können sie auch auf die Arbeit von Legdener Schülern der Anne-Frank-Realschule in Ahaus, die vor mehr als zehn Jahren mit ihrem Lehrer Hermann Löhrig auf Spurensuche gingen. Damals entstanden viele fiktive Briefe an Rika Seligmann, die in dem Buch „Briefe an Rika“ festgehalten sind. Daniel Tenbrink hat deshalb auch Hermann Löhring in die Sekundarschule eingeladen. Anschaulich wird er von Rika Seligmann und den anderen Legdener Juden erzählen können.

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