Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Spenden für eigene Tasche?

Legden Buchstäblich in Luft aufgelöst haben sich die beträchtlichen Spendengelder, die ein 49-jähriger Mann aus Legden und seine Familienangehörigen für die Errichtung eines Kinderkrankenhauses in Mecklenburg Vorpommern sammelten.

07.08.2007

Von der eigentlich guten Idee ließen sich viele Menschen im Kreis Borken bis hin zum Ruhrgebiet täuschen, die aus Hilfsbereitschaft von Januaar 2003 bis März 2005 rund 600 000 Euro für die angeblich gute Sache spendeten. Nicht ein Cent des gesammelten Geldes ging auf entsprechende Konten, sondern floss in den Lebensunterhalt des Legdeners und seiner Angehörigen und wurde für die Bezahlung seiner Angestellten ausgegeben. Gestern musste der Legdener vor dem Erweiterten Schöffengericht in Ahaus Rechenschaft über seine Machenschaften ablegen und sich in der umfangreichen Anklage wegen Betruges in 4479 Fällen verantworten.

Verhandlung vertagt

Die Verhandlung wurde gestern auf einen späteren Termin vertagt. Der Angeklagte äußerte sich nicht zum Tatgeschehen. Er stellte allerdings Ablehnungsanträge gegen den Vorsitzenden Richter sowie gegen seinen Pflichtverteidiger. Diese Anträge wurden nach Prüfung durch den Stellvertreter des Amtsgerichtsdirektors zurückgewiesen.

Der Legdener plante die Einrichtung eines Kinderkrankenhauses, das aus Spenden und einem Unternehmenskonsortium unabhängig von Krankenkassen, finanziert werden sollte. Alle Spendengelder sollten zu Hundert Prozent in das Projekt fließen. Ein Unternehmenskonsortium exitierte aber nicht, ebenso keine Konten. Er stellte Mitarbeiter ein, die vor Märkten mit Sammelbüchsen für sein Projekt warben. Fünf Teams waren regelmäßig unterwegs. Ebenso stellte er in zahlreichen Geschäften oder Restaurants Sammeldosen auf. 1607 Sammelstandorte sind bekannt geworden. In Anklam (Mecklenburg Vorpommern), setzte er sich mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung.

Hoffnung geweckt

Dort weckte er in Gesprächen Hoffnungen auf den Bau der Kinderklinik mit der Aussicht auf 400 Arbeitsplätzen. Diese Hoffnungen zerplatzten wie Seifenblasen, als die Gemeinde erfuhr, dass der Legdener inzwischen in U-Haft saß. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge in Höhe von 66 000 Euro für seine Mitarbeiter blieb er außerdem den Krankenkassen schuldig und prellte weitere sechs Firmen um ihr Geld bei Bestellungen für sein Projekt. ek

Lesen Sie jetzt