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Spendengelder bleiben verschwunden

23.10.2007

Legden Am gestrigen fünften Verhandlungstag des erweiterten Schöffengerichts in Ahaus gegen einen 49-Jährigen aus Legden standen die Prüfung der Kontenbewegungen des Angeklagten sowie die Beitragsvorenthaltungen für seine Mitarbeiter im Mittelpunkt der Sitzung.

Auch an diesem Verhandlungstag äußerte sich der Angeklagte, dem 4479 Betrugsfälle zur Last gelegt werden, nicht zu den Vorwürfen, so dass das Gericht auf weitere Zeugenvernehmungen angewiesen war. Die Spendengelder von geschätzten 600 000 Euro für ein von ihm angeblich geplantes Kinderkrankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern blieben weiter verschwunden.

Der Angeklagte setzte von 2001 bis 2005 für dieses Projekt zahlreiche Mitarbeiter als Sammler ein. Er hatte Konten bei Banken in Ahaus, Gescher, Stadtlohn, Coesfeld, Borken, Münster, Dortmund, Gelsenkirchen und Hamburg sowie in Spanien eingerichtet, teilweise auf den Namen seiner Töchter. Die Auflistung der Kontenbewegungen durch eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft, die als Zeugin angehört wurde, ergab, dass Gelder an Familienangehörige geflossen sind und Mitarbeiter von den Spenden bezahlt worden waren. Als das Projekt im März 2005 "platzte", befanden sich keine größeren Summen mehr auf den Konten, sie tendierten größtenteils in den Null-und Minusbereich.

Abgaben unterschlagen

Für beitragspflichtige Angestellte zahlte der Angeklagte keine vollständigen Sozialabgaben oder führte für nicht angemeldete Mitarbeiter erst gar keine Beträge ab, berichtete ein Betriebsprüfer der Rentenversicherung, der als Zeuge geladen war und die Überprüfung für die Staatsanwaltschaft vorgenommen hatte. Den Gesamtfehlbetrag berechnete er mit 65 900 Euro. Der Prozess wird im November fortgesetzt. ek