Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Viel Freude an der Arbeit

Legden Am 16. Dezember wurde Christian Dieker in seine Ämter als Pfarrer in St. Brigida und Pfarrverwalter in Asbeck eingeführt - zweieinhalb Monate vor der Fusion der beiden Kirchengemeinden. Die Münsterland Zeitung sprach mit dem 42-jährigen Geistlichen über seine bisherige Zeit in Legden - und die im März anstehende Fusion.

18.01.2008

Herr Pastor Dieker, haben Sie sich schon gut in Legden eingelebt?

Dieker: Jeden Tag ein bisschen mehr. Aber sich richtig einzuleben dauert ja ein Jahr - wenn man alles einmal erlebt hat, zum Beispiel die kirchlichen Feste. Es ist aber nicht so, dass ich überall fremd bin.

Und wie ist es mit dem Einarbeiten?

Dieker: Einarbeiten ist 'was anderes. Erst waren die Feiertage, jetzt fängt der Wochenrhythmus an und es ist viel zu tun: Firmvorbereitung, Kommunionvorbereitung, Fusion - da kommt viel zusammen. Ich meine aber, alle Termine wahrgenommen zu haben (schmunzelt). Die Leute haben Verständnis, dass ich nicht alles kann. Und ich habe viel Unterstützung von den Pensionären Pastor Hoinka, Pastor Hinse und Pastor Tappe.

Das Datum der Fusion - 2. März - rückt näher. Wie würden Sie die Situation, die Gefühlslage in den beiden Gemeinden beschreiben?

Dieker: Es freut sich keiner auf die Fusion. Bei Veränderungen weiß man nicht, was so genau kommt. Ich will nichts beschönigen, aber die Fusion ist eine Herausforderung, auf die man sich in Legden und Asbeck konstruktiv vorbereitet. Der Wille ist da, das gut auf den Weg zu bringen.

Wie laufen konkret die Vorbereitungen?

Dieker: Am 27. Januar ist ein Klausurtag mit beiden Pfarrgemeinderäten. Dann werden wir wichtige Dinge besprechen. Man muss auch sehen, dass die Fusion Legden-Asbeck nicht die Größenordnung hat wie beispielsweise Rhede oder Vreden. Es bleibt doch persönlich und übersichtlich.

Wie weit kann trotz Fusion Eigenständigkeit und Identität bewahrt werden?

Dieker: Die Vereine und Verbände bleiben eigenständig, sie werden nicht fusioniert. Es wird - nur als Beispiel - weiterhin eine kfd Asbeck und eine kfd Legden geben.

Und welche Veränderungen zeichnen sich schon ab?

Dieker: Auf lange Sicht wird es nur ein Pfarrbüro in Legden geben. Wir müssen ja auch Geld einsparen. Das ist auch Sinn und Zweck einer Fusion, obwohl wir da eigentlich wenig Möglichkeiten haben. Über das Pfarrbüro werden wir auch am Klausurtag sprechen.

Was ist in Bezug auf die Gottesdienste geplant?

Dieker: Die Zahl wird sich nicht reduzieren. In die Planungen sind die emeritierten Pfarrer mit eingebunden. Aber die Zeiten müssen so sein, dass theoretisch einer alle Gottesdienste schaffen könnte.

Wie wird der Fusionsgottesdienst am 2. März gefeiert?

Dieker: Wir haben einige Leute ausgeguckt, die sich über die Gestaltung Gedanken machen sollen. Aus Münster wird niemand kommen: Weihbischof Franz-Peter Tebartz van Elst hatte zugesagt, ist ja aber nicht mehr in Münster im Amt. Das zeigt, dass eine Fusion für das Bistum inzwischen eine Routineangelegenheit ist.

Welche Formalien werden denn in feierlichem Rahmen durchgeführt?

Dieker: Sämtliche Urkunden sind schon unterschrieben. Unter anderem werde ich von Dechant Thomas Linsen neu als Pfarrer in die neue Gemeinde eingeführt. Auch wird es ein neues Pfarrsiegel geben für die dann neue katholische Kirchengemeinde St. Brigida/St. Margareta in Legden. Wir haben schon eine schöne Idee...

Wie sehen Sie Ihren Aufgaben als Seelsorger und Vorsitzender des Kirchenvorstands entgegen?

Dieker: Da steht man manchmal zwischen zwei Stühlen. Die Kirchengemeinde mit ihren Einrichtungen ist ja ein großer Arbeitgeber vor Ort. So ist man in Personalgesprächen ja in erster Linie Arbeitgeber und nicht Seelsorger für die Angestellten, auch wenn sie aus der Gemeinde sind. Aber man darf sich nicht nur die Rosinen raussuchen.

Befürchten Sie, dass die Seelsorge zu kurz kommt?

Dieker: Ich möchte vieles delegieren, um Zeit zu haben. Aber ich bin nicht der einzige Seelsorger vor Ort. Ich spreche nicht nur die emeritierten Pfarrer an, sondern auch zum Beispiel den Krankenhausbesuchsdienst. Man täte den Ehrenamtlichen unrecht, sie nicht als Seelsorger zu bezeichnen. Ich werde nie alle erreichen können, man kann es nicht allen recht machen. Es ist also wichtig, dass dann auch andere Ansprechpartner vor Ort sind.

Welches Gefühl überwiegt bei Ihnen zurzeit zwischen Freude auf Neues, Zuversicht, Zweifel oder Skepsis?

Dieker: Ich bin zehn Jahre an einer Stelle gewesen, wo Gemeinde und Pastor wie die Faust aufs Auge gepasst haben. Vergleiche kann man da gar nicht abstellen. Aber gedanklich bin ich hier in Legden und Asbeck, frage mich, wie es hier läuft. Und es ist gut, Unterschiede festzustellen. Es ist schön und spannend, etwas Neues kennen zu lernen. Es überwiegt einfach die Freude an der Arbeit. ewa