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Musizkzug feiert Jubiläum mit einem Großen Zapfenstreich

125 Jahre Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Legden

166 Mitglieder, davon 92 aktive, 44 Frauen und 48 Männer Durchschnittsalter 30 – in diesen trockenen Zahlen steckt sehr viel Musik. Und es ist viel mehr als nur „Dicke-Backen-Musik“. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Legden feiert sein 125-jähriges Bestehen. Seinen großen Auftritt hat er am Samstag, 5. Mai, wenn er zur Floriansmesse in die Kirche St. Brigida einzieht und sich dann zum Großen Zapfenstreich im Dahliengarten aufstellt.

Legden

, 03.05.2018
Musizkzug feiert Jubiläum mit einem Großen Zapfenstreich

Proben für den Zapfenstreich. © Von Wangenheim

Dirigent Thomas Beckhaus hebt im Haus Ostermann den Taktstock: „Das Holz brauche ich sehr schön locker gespielt“, sagt er. Es ist eine der letzten Proben vor dem großen Auftritt am Samstag. Konzentriert warten die Musiker auf den Einsatz. Flöten, Oboen, Klarinetten, Saxofone, Trompeten, Hörner, Posaunen, Tubas und Pauke – alle zusammen bilden ein symphonisches Blasorchester in seiner ganzen instrumentalen Vielfalt. Zarte Töne, kraftvoller Klang, beides können sie. „Blasmusik ist ein Teamsport,“ sagt André Salewski.

Aufbauförderstufe

Er legt die Tuba aus der Hand. Zeit, über die Geschichte des Musikzugs zu reden. Der Vorsitzende des Musikzugs spielte das große Blasinstrument schon als Kind. Als ihm im dritten Schuljahr gelang, einen Ton aus der Tuba zu holen, war klar: Das Instrument soll es sein. „Mein Opa hat mir extra noch ein Höckerchen gebaut“, erinnert er sich, die Tuba musste er noch schief stellen, um an das Mundstück zu kommen.

So wie ihm geht es vielen Musikern. Nach einer Grundausbildung und einer Zeit in der Aufbauförderstufe wechseln sie in den Musikzug. Für die Aufbauförderstufe, in der zurzeit immerhin 35 Nachwuchsmusiker sind, arbeitet der Musikzug seit Beginn der 1990er-Jahre mit der Musikschule Ahaus zusammen. Seitdem klappt es mit dem Nachwuchs, wird die Qualität immer besser.

Das war nicht immer so. „Früher ging man einfach zu einem der Musiker“, erzählt Günther Fleige, der auch schon dem Musikzug vorstand und seit 57 Jahren dabei ist. Er lacht vergnügt: „Am besten musste man einen Liter Schnaps mitbringen.“ Arnold Barenbrock, so erzählt er weiter, empfing seine Schüler sogar in seinem Schrankenwärterhäuschen. Barenbrock gehörte zu denen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Musikgemeinschaft wiederbelebten.

Offiziell feiert der Musikzug jetzt genauso wie der Legdener Löschzug das 125-jährige Bestehen. Der Blick in die Chronik zeigt, dass sich bereits 1892 unter Leitung von Alfons Sprey eine Musikkapelle gründete, die dann in die neugegründete Feuerwehr integriert wurde. Aus der kleinen Gruppe Hobbymusiker wurde über die Jahrzehnte der Musikzug, wie er sich heute zeigt.

Ob Schützenfeste, Prozessionen oder Blumenkorso – bei großen Festen in Legden ist der Musikzug dabei. Höhepunkt in jedem Frühjahr ist das Konzert, das viele hundert Zuhörer anlockt. 985 waren es, als sie 2001 erstmals im Audimaxx im Dorf Münsterland auftraten. Ein Rekord.

Junge Komponisten

Hier zeigen sie mehr als „Dicke-Backen-Musik“. „Früher wurde Blasmusik immer in eine Schublade gesteckt“, sagt André Salewski. Inzwischen hat sich aber viel getan, bleibt es nicht bei Märschen und Polkas. Junge Komponisten schreiben für symphonische Blasorchester, die Musik ist moderner geworden. Musicalmelodien haben genauso Einzug gehalten wie Pop- oder Jazzklänge. Und auch Titel von Helene Fischer spielen sie. „Leider“, sagt Thomas Beckhaus und lacht. Seit 2015 dirigiert der 38-Jährige den Musikzug, dem er selbst seit 25 Jahren angehört.

Über vieles wäre noch zu reden. Über die Fahrten in die amerikanische Partnerstadt Melrose oder zum Woodstock der Blasmusik in Österreich. Über die Teilnahme an Orchesterwettbewerben oder das Vereinsleben. Etliche Paare, so erzählt André Salewski noch schnell, haben sich hier gefunden. Denn Thomas Beckhaus greift schon wieder zum Dirigierstab. Beim Großen Zapfenstreich soll schließlich jede Note sitzen.