Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Letzte Chance für Köln in Freiburg

Freiburg. Der 1. FC Köln hat sich mit seinem sechsten Bundesliga-Abstieg fast schon abgefunden. Gewinnt er am Samstag beim ebenfalls gefährdeten SC Freiburg, lebt das letzte bisschen Hoffnung noch etwas länger. Freiburg soll vor allem eines helfen: ein kühler Kopf.

Letzte Chance für Köln in Freiburg

Bleibt dem 1. FC Köln erhalten: Nationalspieler Jonas Hector. Foto: Rolf Vennenbernd

In Freiburg werden vielleicht wieder Kölner Tränen fließen, die Weichen für die Zukunft sind aber gestellt. Denn mit dem 2:2 zuletzt gegen Schalke 04, nach dem mancher Fußballprofi des 1. FC Köln weinend auf dem Rasen stand, ist der sechste Abstieg der Rheinländer quasi besiegelt.

Die Vertragsverlängerung von Jonas Hector sowie der Treueschwur von Torhüter Timo Horn machten aber zuletzt Hoffnung und auch der neue Trainer steht schon fest: Markus Anfang von Holstein Kiel übernimmt im Sommer, dann wohl bei einem Absteiger in der neuen Saison der 2. Fußball-Bundesliga.

Bei acht Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz, auf dem der Gastgeber SC Freiburg steht, kann Köln im Kellerduell und in den restlichen beiden Saisonspielen nur noch ein Wunder helfen. Gelingen nicht drei Siege in Serie, steht der Abstieg fest. Und selbst wenn sie gelingen, darf die Konkurrenz nicht mehr punkten.

Die Mannschaft jedenfalls rechne nicht mehr mit einer Sensation, sagte Torwart Timo Horn schon nach dem Schalke-Spiel. „Wir haben diese ganze Rechnerei drangegeben.“ So richten sich die Blicke auch schon nach vorn auf die Zweite Liga. Dort, wo der traditionsreiche „Effzeh“ ab August wohl wieder mal spielen wird. „Wir werden jetzt alles tun, um im Falle des Abstiegs einen unmittelbaren Wiederaufstieg zu erreichen“, sagte FC-Präsident Werner Spinner. Wirtschaftlich sei der Club so „gut aufgestellt wie nie zuvor. Das ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem letzten Abstieg 2012.“

Auch wenn also der Klassenverbleib fast nur noch theoretisch möglich ist: Zumindest dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung will sich Köln nicht aussetzen. Daher forderte Noch-Coach Stefan Ruthenbeck, weiterhin alles zu geben. „Denn wir spielen noch gegen Freiburg und Wolfsburg“, sagte Ruthenbeck. Zum VfL geht es am letzten Spieltag.

Wie viel Stress ein monatelanger Abstiegskampf mit sich bringen kann, machte nun Freiburgs Trainer Christian Streich deutlich. Nervlich seien das „extremste Belastungen“, erklärte er. Nachdem sein Team im Winter auf der sicheren Seite schien, rutschte es durch zuletzt fünf Niederlagen in Serie auf Rang 16 ab.

Wie die Wende gelingen kann, erklärte Nils Petersen. „Du brauchst einen kühlen Kopf“, sagte der SC-Stürmer dem „kicker“. Das gilt vor allem für die chronische Abschlussschwäche, denn mit 26 Toren stellt Freiburg die zweitschlechteste Offensive der Liga.

Ein Pfund aber haben die im Abstiegskampf erprobten Südbadener: ihren Teamgeist und die im Unterschied zu anderen Bundesliga-Standorten fehlende Hektik im Verein. „Auch wenn man es vielleicht kaum glauben kann: Aber wir haben eine gute Atmosphäre“, betonte Streich. Außerdem steht sein Team mit den weiteren Spielen bei Borussia Mönchengladbach und am Ende gegen den FC Augsburg vor einem Restprogramm, das weitere Punkte möglich erscheinen lässt.

Sollten die Kölner übrigens doch noch etwas auf ein Wunder hoffen, könnten sie sich Freiburg zum Vorbild nehmen. In der Saison 1993/1994 lag der SC drei Spieltage vor Schluss vier Punkte hinter dem 1. FC Nürnberg, der den rettenden 15. Platz belegte. Vier Punkte waren zu dieser Zeit sehr viel, weil es noch zwei statt drei Zähler für einen Sieg gab. Und die Relegation existierte damals nicht. Doch die Freiburger rissen ihren ganzen Mut zusammen, gewannen noch dreimal und feierten den Klassenerhalt. Stattdessen stieg Nürnberg ab.

Anzeige
Anzeige