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Liverpools Klopp vorsichtig - Guardiola glaubt an Wende

Liverpool. Nach Liverpools überragendem 3:0-Sieg in der Champions League gegen Manchester City kommt für Jürgen Klopp jegliche Euphorie zu früh. Bei City könnte das vorzeitige Aus die Euphorie über die Meisterschaft trüben. Doch Pep Guardiola hat die Königsklasse noch nicht abgehakt.

Liverpools Klopp vorsichtig - Guardiola glaubt an Wende

Liverpools Trainer Jürgen Klopp bedankt sich bei seinen Spielern. Foto: Peter Byrne/PA Wire

Trotz des deutlichen Siegs gegen Pep Guardiolas Manchester City wollte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp keine übermäßig Freude auf das Halbfinale aufkommen lassen.

„Wir haben das beste Team der Welt geschlagen, das ist eine wirklich gute Leistung“, sagte der Reds-Trainer nach dem Champions-League-Erfolg gegen Englands Tabellenführer. „Aber in diesem Wettbewerb geht es darum, die nächste Runde zu erreichen, und wir sind noch nicht in der nächsten Runde. Lassen sie uns darüber nach dem nächsten Spiel sprechen.“

Während des Spiels hatte Klopp bei jedem Tor euphorisch gejubelt, der 3:0 (3:0)-Sieg war auch in dieser Höhe verdient. „Es ist nur Halbzeit, mehr nicht“, stellte Klopp aber klar. „Vor Jahren hab ich mit Dortmund bei Real Madrid mit 3:0 verloren. Und alle haben danach gesagt, es sei vorbei.“ Zwar schied Dortmund im Viertelfinale 2014 dann tatsächlich aus, doch der BVB gewann das Rückspiel gegen Real mit 2:0 und hätte das Duell sogar beinahe noch gedreht. Klopp weiß, wie schwer es am Dienstag im Etihad Stadion noch mal werden kann.

Vor dem mit Spannung erwarteten Rückspiel hat Klopps Mannschaft am Samstag im Merseyside Derby beim Lokalrivalen FC Everton zunächst noch eine wichtige Herausforderung in der Premier League zu bewältigen. Doch Klopp dachte nur an den Dienstag in Manchester: „Wir werden da wirklich noch mal höllisch arbeiten müssen.“

Zumal Man-City-Trainer Pep Guardiola die Champions League trotz der deutlichen Niederlage noch lange nicht abgehakt hat. Das stellte er nach dem Spiel im Presseraum klar. „Ich glaube, in diesem Raum gibt es niemanden - außer dem Kerl, der gerade zu ihnen spricht -, der daran glaubt, dass wir weiterkommen“, sagte Guardiola. „Im Fußball kann das passieren. Wir haben noch mal 90 Minuten in unserem Stadion, mit unseren Fans, mit unseren Familien.“

Sollte das nicht gelingen, wäre das ein heftiger Dämpfer für Guardiola. Noch mehr als das FA-Cup-Aus gegen Wigan Athletic würde es die Freude über die englische Meisterschaft trüben. Den Titel könnte City am Samstag zuhause im Derby gegen Manchester United vorzeitig perfekt machen - so früh wie kein Team zuvor in der Premier League.

Guardiola hatte jedoch schon Anfang der Woche durchblicken lassen, dass die Partie für ihn momentan zweitrangig ist. Gut möglich, dass er am Samstag sogar einige Spieler für das Rückspiel gegen die Reds schont.

Laut City-Profi Kevin De Bruyne ist das Selbstvertrauen vor dem Spiel am Samstag aber nicht beeinträchtigt - trotz der drei Gegentore. „Das ändert überhaupt nichts“, sagte der frühere Wolfsburger. „Das ist wieder ein ganz anderer Wettbewerb. Wir wissen, was passiert, wenn wir da gewinnen, also versuchen wir alles, was in unserer Macht steht, um am Samstag zu liefern.“ Viel Zeit zum Feiern hätte Man City nicht.

Mit Blick auf das Rückspiel gegen Liverpool äußerte sich De Bruyne ähnlich wie sein Trainer. „Das wird jetzt natürlich sehr schwer“, räumte er ein. „Aber im Fußball weiß man nie. Ich habe Vertrauen in die Art, wie wir als Mannschaft spielen.“

Die Liverpool-Fans, die in dieser Saison auch schon in der Liga ein 4:3 gegen das Guardiola-Team feiern durften, sind zuversichtlich, dass der fünffache Europa-Pokal-Sieger am Dienstag den Halbfinaleinzug perfekt macht. „Vertraut auf Klopp!“, war während des Spiel auf einem Transparenz im Fanblock zu lesen. Und Klopps Bilanz gegen Guardiola kann sich sehen lassen, das 3:0 war Klopps siebter Sieg im 13. Spiel gegen Guardiola.

Für unnötiges Aufsehen sorgten Anhänger der Reds aber mit einer unschönen Aktion vor dem Spiel: Bei der Ankunft in Anfield bewarfen sie den Mannschaftsbus der Gäste mit Flaschen und Rauchbomben. „Wir kommen hierher um Fußball zu spielen und verstehen so eine Situation nicht“, ärgerte sich Guardiola und erinnerte auch an den Bombenanschlag auf den Bus von Borussia Dortmund im vergangenen Jahr. „Nach allem, was in Dortmund vorgefallen ist, hab ich so etwas wirklich nicht erwartet.“

Der FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp entschuldigten sich noch am Abend. City-Profis betonten, der Vorfall habe keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt.

Nach den Angriffen droht dem FC Liverpool allerdings eine Strafe der UEFA. Wie der europäische Fußballverband am Donnerstag mitteilte, wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet. Ein von Manchesters Co-Trainer Manel Estiarte aufgenommenes und veröffentlichtes Handyvideo zeigt, wie die Fans der Reds grölen und Polizisten versuchen, die Menge in Schach zu halten. Deutlich ist zu hören, wie immer wieder Gegenstände gegen den Bus prallen.

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