Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Loveparade-Prozess: Anwälte wollen weiteren Antrag stellen

Das Loveparade-Verfahren kommt nicht richtig in Fahrt. Die Verteidiger kündigen immer neue Anträge an. Der Richter kommt an die Grenzen seiner Geduld.

,

Düsseldorf

, 04.01.2018
Loveparade-Prozess: Anwälte wollen weiteren Antrag stellen

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv

Der Loveparade-Prozess droht wegen eines neuen Antrags der Verteidigung auf der Stelle zu treten. Eine Verteidigerin will heute, dem fünften Verhandlungstag, die nunmehr dritte Besetzungsrüge einbringen. Nach Ansicht der Verteidiger findet der Prozess vor der falschen Strafkammer statt. Der Vorsitzende Richter Mario Plein hatte zwei solcher Rügen sowie zahlreiche Anträge auf Aussetzung oder Einstellung des Verfahrens bereits abgewiesen.

Die Anwälte hatten Vorwürfe der Nebenkläger, eine Verzögerungstaktik zu betreiben, zurückgewiesen. Ende Juli 2020 verjähren die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Duisburger Loveparade-Unglück von 2010.

Plein will umgehend in die Eröffnungserklärungen der Verteidiger der zehn Angeklagten einsteigen. Diese Statements sind eine bundesweit 2017 gesetzlich festgelegte Neuerung für umfangreiche Gerichtsprozesse. Demnach können die Verteidiger nach der Anklageverlesung freie - und möglichst kurze - Erklärungen abgeben, bevor die Angeklagten erstmals zur Sache vernommen werden. Im Loveparade-Prozess gibt es 32 Verteidiger.

Beim Loveparade-Unglück am 24. Juli 2010 waren im Gedränge Zehntausender Menschen 21 Personen erdrückt und mindestens 652 verletzt worden. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent angeklagt.