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1000 Bürger leuchten Kraftwerk heim

LÜNEN „Heimleuchten“ übersetzt der Duden mit „jemandem eine Abfuhr erteilen“. Genau dies taten mehr als tausend Bürger am Sonntagabend im Mühlenbachtal, die dem Aufruf der Bürgerinitiativen „Stoppt den Landschaftsfraß“ und „Kontra Kohlekraftwerk“ zur 1. Lüner Heimleuchtung folgten.

von Von Dieter Hirsch

, 14.10.2007
1000 Bürger leuchten Kraftwerk heim

Ein leuchtender Protest.

Sie bildeten eine rund zwei Kilometer lange Menschenkette und leuchteten dem Plan zum Bau des Trianel-Kohlekraftwerkes im Stummhafen, eines weiteren STEAG-Kraftwerkes und einer neuen Stromtrasse durchs Mühlenbachtal mit Fackeln, Kerzen und Taschenlampen heim.   Unter den Demonstranten auch viele Bürger aus den angrenzenden Städten. Karlheinz Baudszun war auch dabei und der kommt aus Radolfzell am Bodensee. „Ich besuche hier meine Cousine.“ Keine Frage für ihn, dass er aus Solidarität mitdemonstriert. „Hier soll etwas entstehen, dass nicht gut ist für unsere Gesundheit und nicht die Gesundheit unserer Kinder und Enkel“, ergänzt Klaus Baudszun.        „Ich freue mich über die große Resonanz“, erklärte Oliver Danne von der BI „Stoppt den Landschaftsfraß“. Er kritisierte die Flächenpolitik von CDU und SPD und warf ihnen Hinterzimmer-Politik vor. Er kündigte Widerstand gegen ein mögliches Gewerbegebiet „Stadthafen-Süd“ an und erinnert, dass diese Fläche als Wethmarheide-Ost Bestandteil des Bürgerentscheids aus Februar 2003 war. Thomas Matthée, Vorsitzender der BI „Kontra Kohlekraftwerk“, griff den Hinweis auf den Bürgerentscheid auf. „Das Mühlenbachtal steht schon wieder unter Beschuss. Das nehmen wir nicht mehr hin“, erklärte er. Sollten STEAG und Trianel ihre Kraftwerke bauen, würde eine neue Stromtrasse durch das Tal gebaut werden. Das Mühlenbachtal war ebenfalls Bestandteil des Bürgerentscheids."Das schaffen wir" Die „Heimleuchtung“ im Mühlenbachtal verlief absolut friedlich. Viele Familien waren unterwegs. Manche Kinder hatten Laternen vom Martinsumzug mitgebracht. „Wir sind seit zehn Uhr morgens vor Ort und mit der Organisation beschäftigt“, so Michael Krippes von der BI „Stoppt den Landschaftsfraß“. Wie er war auch Ingbert Kersebohm von den Grüner immer davon überzeugt, dass viele Menschen dem Aufruf folgen würden. „Keine Frage. Das schaffen wir.“  

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