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Angehende Ärzte lernen Praxis kennen

LÜNEN Nicht als „Arbeitstiere“ sondern als angehende und noch lernende Ärzte werden sie angesehen, die „PJ-Studenten“ am St.-Marien-Hospital. Elf Mediziner, acht Frauen und drei Männer aus Lünen, Lüdinghausen, Kamen, Münster und Selm besuchen derzeit das Akademische Lehrkrankenhaus an der Lippe.

von Von Volker Beuckelmann

, 27.12.2007
Angehende Ärzte lernen Praxis kennen

Die PJ-Studenten mit Priv.-Doz. Dr. Wolfram Wilhelm, dem Ärztlichen Direktor am St.-Marien-Hospital (6.v.l.), und Dr. Karsten Hinrichs (4.v.l.), der als „guter Geist“ die angehenden Ärzte betreut.

Die Ruhr Nachrichten begleiten zwei von ihnen auf ihrem Weg zum Arzt: Mareike Bommert aus Münster und Markus Wachowiak aus Lünen (beide 24). „Meine Erwartungen haben sich übertroffen. Ich bin total begeistert und darf viel machen“, so berichten die Mediziner z.B. über ihre ersten Erfahrungen etwa in der Unfallchirurgie.

Lünen ist ein Geheimtipp

Alle Teilnehmer fühlten sich im Marien-Hospital gut aufgehoben. Hier werde man nicht als „Arbeitstier“ sondern als Lernender angesehen. „Selbst der Studiendekan in Münster spricht davon, dass Lünen ein Geheimtipp ist“, schwärmen die PJ-Studenten und sagen, dass ihnen der Aufenthalt am Krankenhaus zum Teil mehr bringen würde als das Studium.

Theoretische Kenntnisse hautnah anwenden

„Es ist nicht alles Lehrbuch. Wichtig ist, dass man nicht nur alles gelesen, sondern auch gesehen hat“, sagt Mareike Bommert. Nach ihrem fünfjährigen Medizinstudium ist sie froh darüber, die theoretischen Kenntnisse beim praktischen Jahr jetzt hautnah anwenden zu können und dabei wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Im Oktober 2008 steht ihr mit Markus Wachowiak das Staatsexamen bevor. Bis Ende März ist sie noch in der Gynäkologie tätig.

Facharzt steht immer zur Seite

„Die Zeit vergeht hier schnell. Ich glaube nicht, dass ich an einer Uni-Klinik so viel hätte machen können“, sagt Markus Wachowiak, der seit Mitte Dezember für zehn Wochen in der Anästhesie tätig ist. Dabei steht ihm ein Oberarzt bzw. ein Facharzt stets zur Seite. „Es steht immer ein fester Ansprechpartner zur Verfügung. Die PJ-Studenten sollen hier fleißig lernen und ein Teil des Teams werden“, betont Priv.-Doz. Dr. Wolfram Wilhelm, Ärztlicher Direktor am St.-Marien-Hospital und zugleich Chef der Anästhesie.

Akademisches Lehrkrankenhaus seit 2005

Das Praktische Jahr (PJ) beinhaltet jeweils vier Monate Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach wie z.B. Anästhesie, Gynäkologie oder Urologie. Der Arbeitstag der PJ-Studenten beginnt in der allgemeinen Chirurgie um 7 Uhr und in den internistischen Abteilungen um 8 Uhr und endet gegen 16.15 Uhr. Die PJ-Studenten erhalten kein Gehalt, dafür ein eigenes Dienst-Handy, freie Tagesverpflegung, Ausbildungsveranstaltungen (etwa Reanimationstraining, Röntgenseminare oder Kurse z.B. zum Thema Weichteilerkrankungen) und können zudem am St.-Marien-Hospital frei parken. Im September 2005 wurde das Marien-Hospital von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Akademischen Lehrkrankenhaus ernannt.

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