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Augen nicht verschließen

LÜNEN Eine 100 Quadratmeter große rote Aids-Schleife wurde am Samstagnachmittag auf dem Marktplatz geformt, um somit Solidarität und Mitmenschlichkeit auszudrücken. Mit dabei: Die Namibia-Arbeitsgruppe der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

von Von Volker Beuckelmann

, 03.12.2007

"Wir haben einen ganz ernsten Anlass", mit diesen Worten eröffnete Ulrich Scholz, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule die Aktion am Welt-Aids-Tag. Die Schule beteiligte sich mit ihrer Namibia-Arbeitsgruppe an der Aktion. Leider konnten die 600 geplanten roten Kerzen nicht angezündet werden, da der Wind zu kräftig war.

Einige Passanten stellten trotzdem ihre für zwei Euro gekauften Kerzen auf das Schleifenband, wie z.B. Bozena Polaszek. Die Polin, sie ist derzeit beruflich in Lünen tätig, sagte: "Es ist ein großes Problem. Ich glaube, in Polen ist das Bewusstsein nicht so groß. Es müsste mehr Informationen für junge Leute geben."

Dramatische Szene

Um auf die Situation von Menschen mit Aids oder HIV-Infektion aufmerksam zu machen, zeigten sechs Schüler auf dem Marktplatz eine kurze dramatische Szene. Sie schritten in die am Boden liegende Schleife, setzten sich weiße Masken auf ihre Hinterköpfe und drehten ihre Rücken zu den Passanten. Diese reagierten nachdenklich, als sie die symbolhaften Fratzen des Todes sahen.

"Namibia hat Aids"

"Namibia hat Aids", sagte Ulrich Scholz und wies darauf hin, dass die Seuche ihren Schwerpunkt in Afrika südlich der Sahara hat. "Denn Aids geht uns alle an: Weltweit haben sich schätzungsweise ca. 40 Millionen Menschen an Aids infiziert. In Deutschland leben ca. 56000 mit einer HIV-Infektion", so stand es auf einem Infozettel, der Lüner Initiative gegen globale Armut (LIGA), die die Aktion initiierte.

Auch der Chaisa-Kreis/Sambia der kath. St. Gottfried-Gemeinde sowie der Partnerschaftskreis Namibia des Ev. Kirchenkreises Lünen beteiligten sich.

"Wir begrüßen Ihre Veranstaltung und möchten unsere Solidarität zum Ausdruck bringen. Es ist wichtig, die Augen nicht zu verschließen", sagte Annette Droege-Middel, die stv. Bürgermeisterin. Die Stadt Lünen hatte die Schirmherrschaft für die Solidaritätsaktion übernommen.

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