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"Aus" für das Früchtehaus

LÜNEN Das Früchtehaus im Hause Hertie ist geschlossen. Heute am frühen Morgen erfuhren die meisten Mitarbeiter telefonisch von Betreiber Martin Resch, dass sie nicht mehr zur Arbeit erscheinen müssen und waren „wie vor den Kopf geschlagen“.

von Von Beate Rottgardt und Peter Fiedler

, 13.12.2007
"Aus" für das Früchtehaus

Überraschend hat heute das Lüner Früchtehaus im Kaufhaus Hertie zu gemacht.

„Eine Steuernachprüfung und anderen Dinge die aufgelaufen sind“ nannte Resch  als Gründe für das Aus im Früchtehaus. Die „anderen Dinge“ waren nach seinen Angaben in erster Linie rückläufige Umsätze – vor allem nach der Eröffnung von Kaufland und Edeka Patzer. „Das haben wir wie andere Einzelhändler auch deutlich zu spüren bekommen. An der Safttheke lief es bis zuletzt ganz gut, bei Obst und Gemüse aber immer schlechter“, so Resch.

Lohnzahlungen stehen noch aus

Resch bestätigte die Angaben von Mitarbeitern, dass noch Lohnzahlungen ausstehen. „Wir haben leider nur noch Teilzahlungen leisten können.“ Heute werde voraussichtlich vor dem Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Inhaberin des Früchtehauses ist die Mutter von Martin Resch. Er hofft, dass die Mitarbeiter Insolvenzausfallgeld erhalten.

Mietvertrag wurde gekündigt

Der Mietvertrag des Früchtehauses im Hause Hertie sei Jahresende gekündigt worden. Resch und seine Frau hatten das Früchtehaus fünf Jahre in der Bäckerstraße und danach dreieinhalb Jahre im Hause von Karstadt bzw. jetzt Hertie betrieben. Dass das Früchtehaus zum 31. Dezember schließen sollte, wussten die 15 Mitarbeiter nicht.

Kunden durch Aushang informiert

Klaus Stickdorn, Leiter des Vermieters, der Lüner Filiale von Hertie, wusste, „dass der Geschäftsbetrieb des Früchtehaus Ende des Jahres in geordneten Bahnen beendet werden sollte.“ Auch er war allerdings überrascht, als er gestern morgen einen Anruf von Betreiber Martin Resch erhielt und veranlasste daraufhin, dass die Kunden durch einen Aushang am Früchtehaus-Eingang über die Geschäftsaufgabe informiert wurden.

Geschlossen zur Agentur für Arbeit

Fast die gesamten Mitarbeiter trafen sich heute morgen und gingen geschlossen zur Agentur für Arbeit, um sich arbeitslos zu melden. Stefan Vogel, der einzige Auszubildende des Früchtehauses, steht Ende Januar noch die mündliche Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) bevor. „Die schriftliche Prüfung hatte ich im November“, so der angehende Einzelhandelskaufmann. Er informierte die IHK über die Geschäftsaufgabe seines Ausbildungsbetriebs.

Mitarbeiter können es nicht fassen

Für November hatten die Mitarbeiter im Laden und in der Küche des Früchtehauses nur Teilzahlungen erhalten. Für den halben Dezember stehen die Zahlungen ebenfalls aus. „Wir hatten auch viele Vorbestellungen für Weihnachten“, so Vogel. Wie seine Kollegen kann auch er es nicht glauben, dass das „Früchtehaus“ endgültig geschlossen ist. „Im Sommer ist alles noch richtig gut gelaufen, wir sind alle wie vor den Kopf geschlagen“, erklärt Stefan Vogel. In dem Laden, der am Mittwoch noch ganz normal geöffnet war, standen heute morgen weder Waren noch die Saftpressen.

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