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Betrüger spähten Karten aus

LÜNEN Es war wohl einer der miesesten Tricks des Sommers: Zwischen Juni und August präparierten zwei 19-jährige Freunde unter anderem einen Lüner Geldautomaten mit geheimen Lesegeräten. Schaden: 18 000 Euro. Dennoch kamen die Betrüger glimpflich davon.

von Von Jörn Hartwich

, 12.12.2007
Betrüger spähten Karten aus

Die Hauptverhandlung wurde vertagt.

Am Dienstag wurden die jungen Männer vom Dortmunder Amtsgericht lediglich  zu 22 und 24 Monaten Jugendhaft auf Bewährung verurteilt.  Der Staatsanwalt hatte zuvor Gefängnisstrafen von über zwei Jahren gefordert.

Geheimnummer ausspioniert

Die Angeklagten kommen aus Rumänien, wurden dort von Mitgliedern einer internationalen Betrüger-Bande angeheuert. In Lünen, Dortmund und dem Münsterland machten sie sich sofort an den Geldautomaten von Filialen der Deutschen Bank und der Sparkasse zu schaffen. Vor die Kartenschlitze der EC-Automaten setzten sie ein Lesegerät, die Tastatur wurde mit einer unauffälligen Spezialabdeckung überzogen. So wurden nicht nur die Kontodaten ausspioniert, sondern auch gleich die Geheimnummern gespeichert.

Geldabheben gelang nur im Ausland

Die Informationen wurden von den Hintermännern nach Holland weitergeleitet und auf neue Bankkarten kopiert. Schon konnte das muntere Geldabheben beginnen. In Deutschland waren die neuen Karten zwar nicht einsetzbar, im Ausland dafür aber umso leichter. Die Angeklagten selbst waren schließlich auf frischer Tat ertappt worden. Vier Monate haben sie in Untersuchungshaft gesessen, jetzt dürfen sie wieder nach Hause.

Eigener Verdienst gering

Ihr eigener Verdienst war übrigens eher gering. Er belief sich wohl nur auf 500 bis 800 Euro. Die beiden 19-Jährigen waren aber wohl nicht die einzigen, die damals unterwegs waren. Ein Kripo-Beamter sagte im Zeugenstand, dass im vergangenen Frühjahr und Sommer rund 55 000 Euro von Konten ahnungsloser Kunden verschwunden sind. 

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