Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bombendrohung vor Gericht

LÜNEN Vor knapp fünf Jahren erhielt eine Schule in Lünen eine brisante Bombendrohung. „Bumm, das war's“, hieß es darin. Und: „Bald wird Blut fließen.“ Heute beschäftigte der Fall das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

von Von Jörn Hartwich

, 17.12.2007

Wer der Verfasser der Droh-Mail gewesen war, stand schon damals schnell fest. Es war ein Schüler, der gerade vor seinen Abschlussprüfungen stand. Die Polizei nahm ihn kurzfristig fest, durchsuchte die Wohnung seiner Eltern, beschlagnahmte den Computer. Auch die Schule hat damals schnell reagiert. Sie suspendierte den Schüler für zwei Wochen. Vier Monate später fiel er durchs Abitur. Was er bis heute nicht wahrhaben will.

Nie ernst gemeinte Droh-Botschaft

Er ist der Überzeugung, dass die Lehrer bei der Bewertung seiner Arbeiten voreingenommen waren, dass sie ihm nach der nie ernst gemeinten Droh-Botschaft bewusst schaden wollten. Vor allem in den Fächern Mathematik und Physik. Schließlich seien seine  eistungen früher immer gut gewesen. Einbrüche habe es erst am Ende gegeben. Deshalb wollte er die Arbeiten jetzt von der Justiz überprüfen lassen. Seine Lehrer hatten allerdings schon im Vorfeld des Prozesses jede Schuld von sich gewiesen. Sachfremde Erwägungen, so erklärten sie, habe es nicht gegeben. Bei Mathe und Physik sei das auch ziemlich schwierig.

Klage aussichtslos

Die Verwaltungsrichter hielten die Klage am Ende auf jeden Fall für aussichtslos. Immerhin seien die Arbeiten auch schon von einer Fachaufsicht überprüft worden. Mit den Mitteln der Justiz sei deshalb nichts mehr zu machen. Konsequenz der klaren Worte: Der Schüler zog seine Klage zurück. Sein Vater will jetzt allerdings den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen. Weil er der Meinung ist, dass die Schule seinen Sohn damals regelrecht fertig gemacht habe.

Kläger ist heute Student

„Mein Sohn konnte nicht mehr schlafen. Ich hatte Angst, dass er sich etwas antut.“ Selbst die Anhörung bei der Lehrerkonferenz sei ein Skandal gewesen: „Das war wie in einer Tumultbude.“ Ein kleines Happy-End gibt es allerdings trotzdem: Der Lüner Ex-Schüler hat sein Abitur inzwischen längst nachgemacht und geht heute zur Uni. 

Lesen Sie jetzt