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Bordell zieht um

LÜNEN Das Haus mit den erotisch vermarktbaren Freuden will umziehen: von der Parkstraße 16 in die Wethmarheide. Peter Czub hat die Parkstraße 16 gekauft und plant dort den Neubau mit Arztpraxen und Anwaltskanzleien.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 23.10.2007
Bordell zieht um

Investor Peter Czub (r.) und Architekt Björn Schreiter mit den Plänen für den Neubau auf dem Grundstück Parkstraße 16.

Der Düsseldorfer Investor „Argon“ will sein intim agierendes Etablissement in der Wethmarheide auf ca. 400 qm neu aus- und moderner einrichten. Um dem Bordellbetrieb am neuen Standort planungsrechtlich die Schranke zu öffnen, müsste der bestehende Bebauungsplan geändert werden, was in der Regel mindestens sechs Monate dauert. Diese Zeit will der Bordellbetreiber aber verkürzen, und hier kommt Peter Czub ins Spiel.

B-Plan ändern

Der Baudienstleister und Consulter, der „Argon“ einen schlüsselfertigen Einzug bereiten und dem Investor die Verhandlungen mit der Lüner Bauplanung abnehmen soll, gibt auf Anfrage unserer Zeitung zu, zwecks einer zügigeren B-Plan-Änderung künftigen Nachbarn des zwischenmenschlich offensiv agierenden Gewerbes Geld für ihr Einverständnis angeboten zu haben. Das sei geschehen, so Czub, um mit derlei Einverständnis-Erklärungen einen vorzeitigen Baubeginn zu erreichen. Ein Vorgehen, findet Czub, das in Fällen wie dem vorliegenden gang und gäbe und moralisch keineswegs verwerflich sei.

„Kaum Emissionen“

Czubs Argument, das für eine Verlagerung des Bordells spreche: „La Bouche“ habe an der Parkstraße in einem weitaus sensibleren Umfeld gearbeitet mit zwei nahen Schulen, hochwertigem Wohnumfeld und dem Amtsgericht. Czub hatte die Parkstraße 16 gekauft und plant hier den Neubau eines mit Arztpraxen und Anwaltskanzleien bestückten Objekts. Es handle sich beim Bordell-Sprung in die Wethmarheide um eine reine Betriebsverlagerung, so Czub. Dem Vorgang hafte nichts Spektakuläres an.

Umfassende Information

Dem Betreiber des Bordells sei daran gelegen, „die Anlieger in der Wethmarheide durch eine rechtzeitige und umfassende Information über das, was auf die Leute zukommt, aufzuklären“.

30 bis 35 Kunden

Dass das Geschäft mit der Lust knallhartes Kalkulieren ist, zeigt die nüchterne Einschätzung der Betreiber, dass man am Tag in der Wethmarheide mit 30 bis 35 Kunden rechne. Czubs Interpretation: Keine dramatische Emission. Nach seinen Worten sei der Bordellbetreiber „Argon“ jedenfalls bestrebt, bald aufzuklären und auf die künftigen „La Bouche“-Nachbarn zuzugehen, damit das Haus der Freude-orientierten Tarife keine Adresse bleibenden Ärgers werde.

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