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Defekte Kanäle: Für alle teuer

LÜNEN Etwa 70 Prozent der privaten Kanäle sind undicht. Ein Indiz dafür ist der hohe Fremdwasseranteil in der Kläranlage. Er wurde mit 5,7 Kubikmeter gemessen. Gahmen gilt als Spitzenreiter, gefolgt von Wethmar und Niederaden.

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 23.08.2007
Defekte Kanäle: Für alle teuer

SAL-Vorstand Claus Externbrink

Fremdwasser verteuert die Abwassergebühren um 800 000 Euro jährlich - ein ernst zu nehmendes Thema. Dazu kommen 400 000 Kubikmeter Abwasser, die aus defekten Rohren versickern. Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), machte eine eindrucksvolle Rechnung auf. Die 400 000 Kubikmeter entsprechen einer Zuglänge von Dortmund bis Münster, der einmal pro Jahr Abwasser in Lünen abkippt.

Problem Stark-Regentage

Noch gravierender stuft Externbrink das Problem der Stark-Regentage ein. Diese Definition gilt dann, wenn in fünf Minuten 5 Liter Regen pro Quadratmeter fällt. Das führt zu großen Schäden, auch mit Personengefahr. Externbrink zeigte Aufnahmen aus Lünen-Süd, wo ein Keller 1,30 Meter unter Wasser stand. Der Eigentümer trägt zwar die Verantwortung, ist aber oft nicht sachkundig genug. "Das Gesetzgebermodell funktioniert nicht", spielt Externbrink auf die rechtliche Situation an, daher müsse es ein Beratungsmodell geben.

Beratung kommt

Beratung zählt bisher nicht zu den Aufgaben von SAL. Doch das soll sich ändern. Der Verwaltungsrat beschloss am Mittwoch einstimmig, die Satzung um dieses Modul zu erweitern. SAL hat ein Kinderbuch für die 3. Klassen herausgegeben und stellt den Entwässerungspass als Gütesiegel aus. Es berät und gibt Eigentümern Handlungsempfehlungen.

Zurzeit liegt der Aufwand dafür bei 0,3% des gesamten Abwassergebührenbedarfs. Sollte Beratung stärker in Anspruch genommen werden, könnte der Anteil auf 1,5 % steigen.

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