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Der King im Bezirk: Heinz Herking

Auf Streife

LÜNEN „Bezirksdienst ist der schönste Job bei der Polizei“, findet Heinz Herking, „und ich habe das Glück ihn machen zu dürfen.“

von Von Wiebke Plöger

, 23.04.2010

Der Frühdienst beginnt. Heinz Herking legt seine Arbeitsutensilien zurecht - Dienstmütze, Funkgerät und einen weiß-blauen Anstecker für die Jacke. „100 Prozent königsblau“ steht darauf. „Als Schalke-Fan habe ich es nicht leicht in meiner Dienststelle“, erzählt er.

Der Polizeihauptkommissar positioniert sich an dem Kiosk gegenüber dem Verkehrshof. Drei Jungen stehen auf der anderen Straßenseite, gucken rechts und links nach den vorbeifahrenden Autos. Warten auf eine Lücke im gleichmäßig dahinfließenden Berufsverkehr. Heinz Herking ist angespannt. Aufmerksam beobachtet er die Szene, beunruhigt macht er einen Schritt nach vorn. Da ist eine Lücke! Die Jungen laufen los. Der Polizist empfängt sie vor dem Kiosk. „Ihr wisst, wie gefährlich das ist“, sagt er ernst. Die Jungen nicken. Der Beamte hält den Jungs die flache Hand hin. Lachend schlagen sie ein und verschwinden dann in der Bude. „Diese Stelle hier ist so gefährlich“, erklärt er, „und die Kinder können das noch nicht richtig einschätzen.“ Deswegen habe er auch schon mit der Stadt gekämpft. Bislang vergeblich. Die Kinder sollen entweder die Ampel oder den Zebrastreifen in einiger Entfernung benutzen. „Wir können froh sein, dass noch nichts passiert ist“, sagt der 55-Jährige.

Der Schulbus ist angekommen. Vor den geschlossenen Türen drängeln sich Schüler. „Der Bus ist permanent überfüllt, obwohl schon ein größerer Gelenkbus eingesetzt wird“, erzählt der Bezirksbeamte. Die Schüler werden unruhig – die Türen öffnen sich nicht. Manche schieben von hinten, einige schubsen. Heinz Herking bahnt sich einen Weg durch die Meute. Gerhard Voit, der Busfahrer, öffnet für ihn die vordere Tür. Der Bezirksbeamte stellt sich breitbeinig in den Eingang, der Fahrer daneben. „Das Einsteigen ist das Schlimmste“, erzählt Voit, „die wollen schon rein, bevor ich angehalten habe.“ Heinz Herking hält die Schüler auf Abstand. „Ihr seid nicht diszipliniert, deshalb müsst ihr warten“, teilt der Polizist den Schülern mit. Schließlich gibt er den Eingang frei. „Die Vernünftigen steigen immer zum Schluss ein“, findet der Polizeihauptkommissar.

: „Diese Kreuzung ist auch nicht ohne“, findet der Bezirksbeamte. Dort sei es unübersichtlich, sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer. Daher stehe er häufig morgens dort und habe ein Auge auf die Grundschüler auf dem Weg zur Wittekindschule.Ein Mädchen mit pinker Jacke und lila Tornister nähert sich der Wittekindstraße. Ihr Schritt wird immer langsamer. Heinz Herking hält ihr die Hand hin: „Ich helfe dir über die Straße“, sagt er. Die Grundschülerin ist erleichtert.

An der Fußgängerampel vor der Wittekindschule achtet der 55-Jährige darauf, dass auch die Erwachsenen nur bei Grün gehen. „Hallo Herr King“, ruft ein kleiner Junge mit runder Brille. „Hallo“, erwidert der Polizist den Gruß und hält ihm die Hand zum Abklatschen hin. „Manche Kinder verstehen meinen Namen nicht richtig“, erklärt der Polizist. „Manche sagen auch Heinz zu mir“, erzählt er lächelnd. Das sei ok, denn schließlich kenne man sich ja auch schon lange.