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Der Mythos von Bethlehem in der Herz-Mariä-Kirche

HORSTMAR Die drei Weisen aus dem Morgenland haben sich am Freitag auf den Weg zum Stall nach Bethlehem gemacht, wo nach dem Lukas-Evangelium Jesus in einer Krippe geboren sein soll. Am Heiligen Abend werden sie ihrem Ziel noch näher sein, um dem Knaben in der Krippe zu huldigen - mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

von Von Ludwig Overmann

, 24.12.2007

Alle drei angetan mit langen Gewändern, ihre Kronen zeichnen sie als hohe Würdenträger aus. Einer von ihnen kniet nieder, mit gesenktem Haupte, bietet dem "König der Welt" seine eigene Krone als Geschenk.

So stellt sich dem Betrachter ein Teil der Krippenlandschaft in der katholischen Pfarrkirche Herz-Mariä dar. Pfarrer Winfried Holtgreve sieht im so beschriebenen schenkenden Weisen die Idee von Weihnachten verwirklicht.

In Herz-Mariä ist für die nächsten drei Wochen die Krippenlandschaft, aufgebaut in dreieinhalb Stunden, von fleißigen Helfern ins Zentrum des Gotteshauses gerückt. Sie hat ihren ausladenden Platz auf den Stufen vor dem Altar eingenommen. So unübersehbar ist ihre Position erst seit 2005, als der Pfarrgemeinderat beschlossen hatte, die alten Gipsfiguren, deren Körperteile nur noch mühsam zusammengehalten werden konnten, durch neue aus Kirschbaumholz zu ersetzen.

Die erste Krippe stammt von 1908, hatte ihren Platz in einer Ecke der Kirche, später wurde sie seitlich des Altars aufgebaut, seit zwei Jahren gebührt ihr ein Platz in der Mitte.

Adventsmarkt machte Anschaffung der Figuren möglich

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Mechthild Büttner freut sich besonders auch darüber, dass alle Gemeindegruppen hinter der Anschaffung der neuen Figuren und des Stalls stehen; denn sie wurde erst durch den von allen mitgetragenen Adventsmarkt möglich gemacht.

Mit der schrittweisen Erneuerung der Krippe beauftragte die Gemeinde den Südtiroler Schnitzer Konrad Bachmann, der zunächst Maria und Josef sowie Ochs und Esel, zwei Hirten und einen Teil der Schafe lieferte. 2006 kamen weitere Schafe und Hirten hinzu sowie der große Stall, der sich durch das helle Kiefernholz von den Figuren und Tieren aus Kirschbaumholz abhebt.

In diesem Jahr bereichern die handgeschnitzten Dreikönige sowie ein Flötenspieler die Szenerie. Eine ca. 0,50 cm große Frau, die in einer Hand einen Krug in der anderen einen Topf mit Brot trägt, fällt auf.

Pfarrer Holtgreve schätzt an der Arbeit des Künstlers vor allem die Ausdrucksstärke der Figuren - allen voran die eines Hirten, dem das Erstaunen über das biblische Geschehen ins Gesicht geschrieben steht.

In Marias Schoß

Und Maria: Sie hat der Schnitzer so gestaltet hat, dass sie das Jesuskind in ihrem Schoß aufnehmen kann. So weiß der Geistliche zu berichten, dass der eine oder andere Krippenbesucher eines Tages das Kind mit "lockigem Haar" in der Krippe vermisste - dabei lag es nur in seiner Mutter Schoß.

"Die gelungene Darstellung von Maria und dem Kind", so erzählt Mechthild Büttner, "hat Pfarrer Holtgreve auch dazu genutzt, um - bei anderer Gelegenheit - das Thema Geborgenheit anschaulich darzustellen".

Ihr gefällt auch die dezente Bemalung der Figuren und die lebensnahe Zeichnung der Gesichter.

17 Uhr Gottesdienst

Was die Gestaltung der Krippenlandschaft betrifft, so haben sich die Gemeindemitglieder nicht nur auf die Treppenstufen verlassen, auch umgedrehte Ton-, Blumentöpfe und Steine unter der Fliesdecke formen die Landschaft.

Während Moosstücke, Ginster, Heide und Pinienholz für Frische stehen, kennt das Panorama Baumstümpfe und Birkenäste seit Jahrzehnten.

An Heiligabend ist die Gemeinde um 17 Uhr zum Familiengottesdienst eingeladen. Dann werden die Kommunionkinder 2008 die Geschichte von der Geburt Jesu in einem Krippenspiel nach dem Lukasevangelium in Szene setzen.

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