Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der nächste große Wurf

LÜNEN Das frühere Kaufhaus Ernsting wird aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Ein ausländischer Investor will Millionen hineinstecken. Schon im Frühsommer sollen zwei erste Adressen eröffnen: Gerry Weber und wahrscheinlich s.Oliver.

von Von Peter Fiedler

, 20.12.2007

"Mit Gerry Weber sind die Verträge schon unterschrieben, s.Oliver ist zu 99 Prozent sicher", berichtet Stadtentwicklungsplanerin Astrid Linn, die das Projekt seit zwei Jahren begleitet - und sich nun freut, dass nach den Neubauplänen am Christinentor ein weiterer großer Wurf für die City am anderen Ende der Lange Straße gelingt: "Ich könnte das gesamte Haus in eine rote Schleife einwickeln."

Investor will Nägel mit Köpfen machen

Immobilienbesitzer Ulrich Ernsting hat den Gebäudekomplex an einen Investor aus den Beneluxländern verkauft. Und der will offenbar Nägel mit Köpfen machen. Schon im Januar, so Astrid Linn, beginnen die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt. Im Erdgeschoss entstehen aus den bisherigen drei Läden zwei: für die Modehäuser Gerry Weber und s.Oliver."Das Vordach mit den Werbungen verschwindet komplett", erläutert Astrid Linn. Damit kommt die denkmalgeschützte Sandsteinfassade wieder voll zur Geltung.

Ein Schmuckstück für Lünen

Mit dem Investor, der sich Anfang 2008 der Lüner Öffentlichkeit vorstellen will, steht Astrid Linn in Gesprächen mit dem Ziel, die Fassade im Stil von Lichtkunst effektvoll beleuchten zu lassen, um ihre Struktur noch stärker hervorzuheben. "Das ist wirklich ein Schmuckstück für Lünen", hebt die Stadtentwicklungsplanerin hervor. Die künftigen Mieter haben sich bereits mit einem dezenten Auftritt Richtung Lange Straße einverstanden erklärt.

Schlecker schließt zum 27. Dezember

Die derzeitigen Mieter ziehen aus: Takko hat bereits geschlossen und wird Lünen wohl verlassen. Der Drogeriemarkt Schlecker schließt zum 27. Dezember, verweist seine Kunden per Aushang an die nächste Filiale Münsterstraße 24. Für den Euro-Shop ist auch in wenigen Tagen Schluss. Astrid Linn weist auf die künftig "eindeutig höherwertige Nutzung" durch die renommierten Textilfilialisten hin. Das sei ein wichtiges Ziel der Stadtentwicklung.

Hochwertige Wohnungen geplant

In der ersten Etage des Ernsting-Gebäudes wird Zahnarzt Gerhard Will seine Praxis behalten. Dort sollen Räume für eine weitere Arztpraxis entstehen. In den Etagen darüber sind hochwertige Wohnungen vorgesehen. Der derzeitige Entwurf für den Umbau sieht vor, den alten Lichthof im Inneren des Gebäudes teilweise wieder freizulegen. Auch ein Aufzug soll eingebaut werden. Wie im hinteren Teil des Gebäudes (früheres Fitness-Studio) umgebaut werden soll, stehe noch nicht im Detail fest. 300 000 Euro für den ersten Bauabschnitt und insgesamt 2 Mio. Euro wolle der Investor in die Hand nehmen, so Astrid Linn. Zum Paket von Baumaßnahmen gehört auch ein komplett neues Dach.

Tempo machen

Um das Projekt so schnell wie möglich voranzutreiben, verzichtet der neue Besitzer sogar auf öffentliche Fördermittel, die die Stadtentwicklungsplanerin bereits beim NRW-Städtebau-Ministerium eingeworben hatte. Astrid Linn will jetzt versuchen, die Gelder anderweitig zu nutzen, um damit kleinere Investitionen an anderen Einzelhandelsimmobilien in der Innenstadt anzukurbeln. "Dazu müssen noch Förderrichtlinien durch den Rat festgelegt werden", erläutert sie.

Lesen Sie jetzt