Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Rosen sind schon rar

Vulkanasche

LÜNEN Mit dem Taxi aus Paris. Für EBG-Geschäftsführer Dag Hagby war das die einzige Möglichkeit der Rückkehr, nachdem schwebende Ascheteilchen den Luftverkehr erstarren ließen. Er ist wieder da. Dafür fehlen in Lünen andere Dinge.

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 19.04.2010

Die Wirkung des Vulkanausbruchs auf Lünen ist frappierend: Mitarbeiter fehlen in den Betrieben und Rosen in den Blumenläden. Die Firma SIBA fürchtet um den Messeerfolg in Hannover, weil ausländische Kunden nicht anreisen können. "Das ist jetzt für uns ein ganz schlechter Zeitpunkt", erklärt SIBA-Chef Bernd Schwegmann  Im Stadthotel wurden 60 Übernachtungen storniert, im Hotel Am Stadtpark saßen Amerikaner und Engländer übers Wochenende fest.

"Wir versuchen gerade verzweifelt, drei unserer Leute aus Moskau zurückzuholen", schildert Remondis-Sprecher Michael Schneider das Dilemma. Der Landweg sei versperrt, weil dazu ein Transitvisum nötig wäre. Im Klinikum St.-Marien-Hospital sind vier Mitarbeiter nicht zum Dienst erschienen. Sie harren in Griechenland, Toronto und Norwegen aus.

Unentwegt klingelt das Telefon im TUI-Reisecenter. Umbuchen und stornieren sind derzeit die Hauptaufgaben der Mitarbeiter. "Wir sind in einer Warteschleife nach der anderen bei den Veranstaltern", berichtet Reiseverkehrskaufmann Christian Meise. Auch Dorothee Mohr vom gleichnamigen Reisebüro hat alle Hände voll zu tun: Da sitzen Urlauber auf gepackten Koffern und warten, wann es los geht oder Reisende in fernen Landen, die nicht zurückkommen können. Flugstopp durch Asche, das ist auch für die erfahrene Reisespezialisten etwas ganz Neues.

Im Blumengeschäft "Stil und Blüte" von Annette Feldmann sind die Rosen knapp, die normalerweise aus Kolumbien und Ecuador eingeflogen werden. "Ab Dienstag wird es richtig schwierig", fürchtet sie um fehlenden Nachschub vor allem ausgefallenerer Blüten. Was per LKW kommt, kostet bereits einen Aufpreis, hat sie erfahren. "Die Auswahl ist nicht mehr da", bestätigt auch Ingeborg Meier von Blumen Schulte. Da müsse man eben auf heimische Blüten zurückgreifen.

Negative Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft fürchtet der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Reinhard Schulz, sollte das Flugverbot nach dem Vulkanausbruch auf Island noch länger andauern. "Schon jetzt berichteten Unternehmen mit außenwirtschaftlicher Tätigkeit von Einschränkungen ihrer Geschäftstätigkeit."