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Draußen vor der Tür

LÜNEN Das Schicksal der Obdachlosigkeit ist eine Weihnachtsgeschichte. Bethlehem und die Herbergssuche von Maria und Josef sind das erste Kapitel.

von Von Volker Beuckelmann

, 26.12.2007
Draußen vor der Tür

Eine warme Stube, heißer Kaffee und etwas Leckeres zu essen, während draußen die vorweihnachtliche Hektik allmählich schwindet: Obdachlose zu Gast der Diakonie.

Es ist Samstagvormittag. Nur noch wenige Stunden bis Heiligabend. Die Stadt ist voll. Viele kaufen letzte Geschenke oder Lebensmittel für die Festtage. Vom Weihnachtstrubel ist nichts zu spüren im Zentrum für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit Bedrohte der Diakonie am St. Georg-Kirchplatz 4a.

"Muss so"

"Wie geht es Dir?", fragt ein Mann. "Muss so", antwortet eine Frau. An zwei Tischen sitzen acht Männer und eine Frau, um den Vormittag zu verbringen. Es gibt heißen Kaffee und Brötchen, belegt mit Käse und Wurst. Auf dem Tisch steht Weihnachtsgebäck und ein roter Weihnachtsstern. Plötzlich betritt eine vierköpfige Familie den Raum mit einer Tüte. Darin ist frisch gebackener Apfel- und Kirsch-Streuselkuchen.

Kuchenspenden

"Beim Bäcker kriegst Du so einen Streusel nicht", sagt Klaus und isst ein Stück vom Kuchen. "Wir haben im Gemeindeblättchen gelesen, dass man heute Kuchenspenden hier abgeben kann", sagt die junge Frau aus Wethmar, die mit ihrem Mann und zwei kleinen Söhnen den Streuselkuchen gebracht hat. Die Familie, sie möchte ihren Namen nicht nennen, setzt sich an einen der Tische, trinkt Kaffee und plaudert ein wenig. "Wir möchten unseren Söhnen zeigen, dass es auch Leute gibt, denen es nicht so gut geht", erzählt die junge Mutter. Nach etwa einer halben Stunde verabschiedet sich die Familie.

"Wir bedanken uns ganz herzlich, dass Sie hier geblieben sind. Ich denke, die Leute wissen das zu schätzen", sagt der Sozialarbeiter Heinz Zitas, als die vier das Haus der Diakonie wieder verlassen. Rainer Wenziers, einer der Gäste am Tisch, erzählt: "Ich bin sehr froh. Seit einem Jahr habe ich wieder eine Wohnung. Die Diakonie hat sie besorgt. Vorher war ich sechs Monate ohne Obdach. Da habe ich in der Übernachtungsstelle Auf dem Ringe geschlafen."

Weihnachtstüte

Als Aufmerksamkeit erhielt jeder Besucher im Haus der Diakonie eine Weihnachtstüte mit Kaffee, Konserven und Süßigkeiten.

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