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Einblicke in Schockraum, OP und Intensivstation

Offene Tür am St.-Marien-Hospital Lünen

In der Regel bleiben Besuchern des St.-Marien-Hospitals die meisten Türen verschlossen. Doch am Samstag konnten die Lüner hinter die Kulissen des Krankenhauses schauen – und sich sogar selbst als Ärzte und Pfleger versuchen.

Lünen

, 10.06.2018
Einblicke in Schockraum, OP und Intensivstation

Beim Tag der offenen Tür des St.-Marien-Hospitals konnten die Besucher auch selbst OP-Instrumente nutzen und wie hier an einer Schweine-Keule Blutungen per Elektro-Verödung stillen. © Volker Beuckelmann

Hochleistungsmedizin hautnah erleben – beim Tag der offenen Tür gab es am Samstag, 9. Juni, Einblicke hinter die Kulissen des St.-Marien-Hospitals. Die Besucher konnten Chefärzten und Ärzten mit ihren Teams über die Schultern schauen, sie befragen und unter Aufsicht auch selbst an künstlichen Modellen operieren.

Der neunjährige Freddy besichtigte zum Beispiel den vor dem Klinikum stehenden Intensivtransportwagen und schien beeindruckt von der medizinischen Ausstattung der rollenden Intensivstation. „Wir haben zwei Beatmungsgeräte, mehrere Spritzen-Pumpen und können Blutgasanalysen machen“, so der Anästhesist Boris Pörner.

Simulation: Wenn es um Leben und Tod geht

Im Schockraum geht es oft um Leben und Tod - das wurde bei Simulationen deutlich. Das Szenario: Rettungshubschrauber Christoph 8 brachte einen Bauarbeiter, der aus acht Metern Höhe abgestürzt ist. Sein Zustand: kritisch, instabiler Kreislauf, diverse Knochenbrüche und eine Schädel-Hirn-Verletzung.

Eduard Mathejka, Leitender Oberarzt der Anästhesie, erklärte den Besuchern das Notfall-Management, das nach festem Schema und Leitlinien abläuft. Abhängig von Verletzungen oder Erkrankungen werden verschiedene Fachdisziplinen im Schockraum aktiv, so Mathejka.

Wie werden Herzarterien geweitet?

Nebenan zeigten die Oberärztinnen der Anästhesie, Dr. Stefanie Werner und Dr. Britta Mentrup, mit ihrem Team in einem Nachbau die Ausstattung und die Arbeit auf der Intensivstation.

Katja Braun konnte bei einer simulierten Lungen-Operation als OP-Schwester assistieren und Instrumente führen: „Das war spannend und interessant“, berichtete die Besucherin anschließend. Wie verkalkte und verengte Herzkranzarterien per Ballon-Katheter erweitert werden, zeigte Prof. Dr. Christian Perings im Herzkatheter-Labor. Dazu seien bis zu 21 Bar Überdruck nötig, um die Verkalkung zu beseitigen, so Perings.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das war der Tag der offenen Tür am St.-Marien-Hospital

10.06.2018
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Um den Besuchern zu zeigen, wie es auf der Intensivstation aussieht, wurde ein Raum im Bereich der Notaufnahme speziell ausgestattet. Hier erläuterten Oberärztin Dr. Stefanie Werner (l) und Oberärztin Dr. Britta Mentrup (r.) mit ihrem Team das Notfall-Management.© Foto: Beuckelmann
Informationen rund um die Klinik für Schmerz- und Palliativmedizin sowie das Palliativnetz Lünen-Werne stellten Petra Paul (2.v.r.), Andrea Ellerkmann (2.v.l.) und Christine Schäfer vor.© Foto: Beuckelmann
Krankenhaushygiene wird im Klinikum groß geschrieben. Hygiene-Fachkraft Lucile Hellweg gewann im März den 1. Platz bei einem Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Hygiene mit ihrem Beitrag "Steigerung der Händehygiene anhand visueller Medien".© Foto: Beuckelmann
Über die vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Krankenpflege informierte Fred Leicht (r.) von der Pflegedienstleitung.© Foto: Beuckelmann
Privatdozent Dr. Roland Kurdow, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, informierte an großen Modellen auch über die große Bedeutung der Vorsorgeuntersuchungen.© Foto: Beuckelmann
In einem der Schockräume wurden Fallsimulationen mit polytraumatisierten "Patienten" an Modellen gezeigt und das Notfall-Management erläutert durch den Leitenden Oberarzt der Anästhesie, Eduard Mathejka (l.).© Foto: Beuckelmann
In einem der Schockräume wurden Fallsimulationen mit polytraumatisierten "Patienten" an Modellen gezeigt und das Notfall-Management erläutert durch den Leitenden Oberarzt der Anästhesie, Eduard Mathejka (l.).© Foto: Beuckelmann
Bei der Einleitung der Anästhesie gilt es vieles zu beachten. Die Besucher konnten beim Tag der offenen Tür hinter die Kulissen schauen.© Foto: Beuckelmann
Daniel Westerhoff (l.) erläuterte als Mitarbeiter der Lüner Feuerwehr Besuchern wie Freddy (r.) die Ausstattung des Intensivransportwagens, darunter Geräte zur Beatmung, Blutgasanalyse oder zur dosierten Gabe von Medikamenten.© Volker Beuckelmann
Am Klinikeingang stand zur Besichtigung der Intensivtransportwagen. Zwei ganz in Blau gekleidete Animateure zogen ebenfalls das Interesse der Besucher auf sich.© Foto: Beuckelmann
An begehbaren großen Organmodellen konnten die Besucher die Anatomie erkunden.© Foto: Beuckelmann
Im Aktivum konnten die Besucher an einem Rollstuhl-und Rollatorparcour ihre Beweglichkeit mit diesen Hilfsmitteln unter Beweis stellen.© Foto: Beuckelmann
Große und kleine Besucher konnten im Aktivum an Geräten probeweise trainieren.© Foto: Beuckelmann
Bei der OP-Besichtigung konnten die Besucher auch selbst Instrumente führen und wie hier an einer Schweine-Keule "Blutungen" per Elektro-Verödung stillen.© Foto: Beuckelmann
Bei Kreißsaalbesichtigungen wurde zum Beispiel die Wassergeburt in einem speziellen Becken erläutert.© Foto: Beuckelmann
Informationen zum Zuckergehalt verschiedener Lebensmittel vermittelten Expertinnen der Ernährungsmedizin an diesem Stand. Zudem wurden Ernährungssonden oder die hochkalorische Nahrungsergänzung präsentiert.© Foto: Beuckelmann
Beim Diabetes-Check ging es um Fragen und Antworten rund um den Zucker.© Foto: Beuckelmann
Keine Angst vor dem schwarzen Schlauch lautete das Motto in der Endoskopie-Abteilung. Hier wurden am Modell Spiegelungen der Bronchien demonstriert.© Foto: Beuckelmann
Im Herzkatheter-Labor erklärte der Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Prof. Dr. Christian Perings (r.), wie verengte Herzkranzgefässe wieder erweitert werden können.© Foto: Beuckelmann
Im Herzkatheter-Labor erklärte der Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Prof. Dr. Christian Perings, wie verengte Herzkranzgefässe wieder erweitert werden können.© Foto: Beuckelmann
So sehen künstliche Hüftgelenke und -Pfannen aus.© Foto: Beuckelmann
Dr. Markus Zimmermann, ehemaliger Oberarzt der Unfallchirurgie am Klinikum und jetzt als Chirurg in Lünen niedergelassen, zog es beim Tag der offenen Tür wieder ins Krankenhaus, um hier eine Knie-Spiegelung zu zeigen.© Foto: Beuckelmann
An einem Knochenmodell konnten diese junge Besucherin mit einem Instrument bohren.© Foto: Beuckelmann
Dr. Rainer Harre (2.v.r.) erklärte mit seinem Team der Neurochirurgie die apparative Ausstattung und informierte über Op-Möglichkeiten.© Foto: Beuckelmann
Über Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht informierten als Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes Jutta Wulfert (l.) und Petra Semer (r.).© Foto: Beuckelmann
Über das Thema Leben mit einem künstlichen Darmausgang oder einer Harnableitung informierte Michael Teichert als Vertreter der Ilco-Selbsthilfevereinigung Ortsgruppe Lünen.© Foto: Beuckelmann
An begehbaren großen Organmodellen konnten die Besucher die Anatomie erkunden.© Foto: Beuckelmann
Wenn Krebstherapien das Ausshenen verändern: Als Schmink-Expertin gab Loreen Schulz (r.) Tipps zum Wohlbefinden.© Foto: Beuckelmann
Bei der OP-Besichtigung konnten die Besucher auch selbst Instrumente führen und dem leitenden Oberarzt
Dr. med. Stefan Fajta (m.) mit seinem Team Fragen stellen.© Volker Beuckelmann

Verwaltungsleiter Axel Weinand freute sich über „einige tausend Besucher“, darunter viele Familien mit Kindern. Der Plan, dass Lüner das Klinikum näher kennen lernen, sei aufgegangen. Anders als in den Vorjahren gab es diesmalstatt Vorträgen mehr Mitmach-Aktionen. „Es hat sich gelohnt. Viele Fragen wurden beantwortet“, so die Besucherin Gisela Bäumer.

Rat zur Vorsorge

Auch Vorsorgeuntersuchungen waren ein großes Thema. Dr. Berthold Lenfers, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, und Privatdozent Dr. Roland Kurdow, Chefarzt der Med. Klinik I, rieten beim Tag der offenen Tür dazu. Seitdem etwa Darmspiegelungen von Krankenkassen ab 55 Jahren bezahlt würden, sei die Zahl von jährlich 75.000 Krebsfällen auf unter 70.000 zurückgegangen, so die Mediziner.