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Einst ein Einkaufsparadies

WETHMAR Der Edeka-Markt in der Münsterstraße ist schon lange geschlossen, der Discounter Plus will jetzt dorthin umziehen – und damit seinen Standort noch weiter in Richtung Lüner City verändern. Der Ortsteil Wethmar ist in seinen eigentlichen Grenzen schon seit langem ohne Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs.

von Von Helmut Holz

, 11.01.2008

Das war vor gar nicht so langer Zeit völlig anders: In den 60er bis 80er Jahren war Wethmar geradezu ein Einkaufsparadies. Es gab auf einer Grundfläche von ungefähr 500 x 500 Meter fast Geschäft an Geschäft.

In zehn Läden, – die man heute „Tante-Emma-Läden nennen würde – gab es alles zu kaufen, was für den Haushalt wichtig war. Dazu gab es zwei Schreibwarengeschäfte, die nicht nur für die Schülerinnen und Schüler der Wethmarer Volksschule von großer Bedeutung waren.

Zwei Schuster

Natürlich gab es auch eine Bäckerei, eine Fleischerei, zwei Schuster und zwei Blumenläden. Wer damals etwas vergessen hatte, der konnte in wenigen Minuten einen der Läden erreichen, um den täglichen Bedarf zu decken.

Unsere „Rundreise“ durch die Wethmarer Geschäfte von einst beginnt in der Matthias-Claudius-Straße im Geschäft von Adeline Leismann, vormals Anton Hauschopp. Das lag hinter der Kurve, die die Matthias-Claudius-Straße kurz hinter der Abzweigung von der Dorfstraße macht.

Nur ein paar Meter weiter, gegenüber der Schule, war das Geschäft des Schneidermeisters Josef Holz. Hier gab es u.a. auch Schreib- und Kurzwaren und an der Ecke zur Münsterstraße war die Bäckerei Adolf Fölger.

Am „Steinplatz“, so heißt die kleine Ecke zwischen dem heutigen Friseursalon Nathaus und der Münsterstraße im Volksmund, ging „ganz Wethmar“ zum Friseur Josef Nathaus, dessen Vater Heinrich das Geschäft des Baders (Infokasten) verstand und der den Leuten früher auch Zähne gezogen hatte.

Und wenige Meter weiter, an der Ecke Münsterstraße/Wehrenboldstraße, war der Lebensmittelladen von Else Mertens, der später von Rudi Siegeroth geführt wurde. Wer Blumen kaufen wollte, konnte das im Blumenladen von Willi Berkenheger tun, der gegenüber der St.-Gottfried-Kirche an der Ecke zur Wilhelm-Löbbe-Allee lag.

Drogerie

Eine Nebenstraße weiter gab es an der Einmündung der Ernst-Weiß-Straße in die Münsterstraße zunächst das Lebensmittelgeschäft von Käthe Bauhaus, dann schräg gegenüber die Mühle Löhr, der ebenfalls ein Lebensmittelladen angegliedert war und fast direkt daneben das Lebensmittelgeschäft von Erich Fölting, der auch eine Drogerie betrieben hatte.

Zurück zur Münsterstraße: Gegenüber der Einmündung der Ernst-Weiß-Straße war der große Konsum-Laden, daneben das Geschäft des Schuhmachers Anton Marschner. An der Ecke Ernst-Weiß-Straße/Münsterstraße in Richtung Lünen hatte Schuster Johannes Ahland seinen Laden mit Werkstatt.

Schulbedarf

Daneben war im gleichen Haus die Lotto-Annahmestelle von Inge Berkenheger, die u.a. ebenfalls Schulbedarfsartikel führte und daneben der Fleischerladen von Metzgermeister Werner Thiemann (früher Hermann), ehe der Kiosk (heute Tischer) den Reigen der dicht aufeinander folgenden Geschäfte an der Münsterstraße abschloss. Weiter nach Lünen hin gab es noch Blumen Laudien (vor der heutigen Sparkasse) und die Metzgerei Kasberg, die unmittelbar hinter der Einmündung der Zwolle-Allee in die Münsterstraße lag.

Zurück ins Wethmarer „Inland“: In Richtung Bahnlinie gab es mit Edeka Anders (Ecke von-Born-Straße/Löbbe-Allee) ein weiteres Lebensmittelgeschäft. Später war das 1967 eröffnete neue Geschäft von Rudi Siegeroth an der Dorfstraße viele Jahre der Einkaufs-Mittelpunkt von Wethmar, zumal hier auch die Poststelle war, die Siegeroth vorher im Geschäft bei Mertens geführt hatte.

Letztes Lebensmittelgeschäft an der Dorfstraße in Richtung Lünen war der Laden von Anton Möllmann, ehe mit dem Friseurgeschäft Plewka die Wethmarer Einkaufsmeile zu Ende ging.

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