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"Gekämpft und doch verloren"

LÜNEN Vor der CDU-Geschäftsstelle endete heute der Trauermarsch, zu dem die Florian-Tageseinrichtung für Kinder alle Lüner Kindertageseinrichtungen zum Treffpunkt Cineworld-Kino gebeten hatte. Anlass war die Verabschiedung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) im Landtag, das Kommunen, Eltern und Erzieherinnen Mehrbelastungen bringt.

von Von Ludwig Overmann

, 25.10.2007
"Gekämpft und doch verloren"

Der Trauermarsch endete vor der CDU-Geschäftsstelle.

Da kein Politiker anzutreffen war, legte die Gruppe vor der Parteizentrale ein Gesteck ab, zusätzlich den Text des bisher gültigen Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder sowie Protest-Postkarten und zündete Kerzen an. Auf der schwarzen Schleife des Gestecks war in goldener Schrift zu lesen: „Gekämpft und doch verloren - Pädagogische Mitarbeiter, Eltern und Kinder“. Vor der CDU-Geschäftsstelle hielt Erzieherin Claudia Püschel eine Grabrede.

Enttäuscht über mangelnde Beteiligung

Enttäuscht zeigten sich die Initiatoren aus der Florian-Elterninitiative, dass sich keine weitere Einrichtung der Demonstration anschloss, zumal auch nach den jüngsten Änderungen am Gesetzentwurf erhebliche Probleme auf die alle Einrichtungen zukommen - insbesondere auf die Freien Träger. Da ist die Pro-Kopf-Pauschale, die die Betreuung der Kinder teurer macht, ferner die Buchungszeiten von 25, 35 und 45 Stunden; davon hängen die Kosten ab. „Derzeit weiß aber keiner, welche Kosten auf die Eltern zukommen“, sagte Claudia Püschel.

"Arbeit wird vor die Wand gefahren"

Für die Erzieherinnen bedeutet das neue Gesetz, dass ihre Arbeit „vor die Wand gefahren werde“, denn ihre Arbeitsverträge würden von Jahr zu Jahr erneuert oder aber 400-Euro-Jobs für die Betreuung vergeben. Die Tageseinrichtung „Florian“, die derzeit mit zehn Personen betrieben wird (sechs in Teil-, vier in Vollzeit) bedeutet die neue Regelung, dass 1½ Stellen gefährdet sind.

"Wir werden weiter kämpfen"

Für besonders nachteilig aus pädagogischer Sicht halten die Erzieherinnen die Auflösung der kleinen altersgemischten Gruppe, in der Kinder vom Babyalter bis zu sechs Jahren in familiärer Atmosphäre von- und miteinander lernen. Zukünftig soll es drei Gruppen geben (0-3 Jahre, 10 Kinder, 2 Erzieher; 2-6 Jahre, 20 Kinder, 1½Erzieher; 3-6 Jahre 25 Kinder, 1 Erzieher, 1 Ergänzungskraft. „Wir werden für Verbesserungen weiter kämpfen“ hieß es.

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