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Gläubige auf dem Pilgerpfad

LÜNEN „Ich bin dann mal weg“ ließ Hape Kerkeling alle wissen und begab sich auf den Pilgerpfad. Er hat damit etwas aus- und angesprochen, was in den letzten Jahren immer mehr Freunde gefunden hat.

von Von Günther Goldstein

, 10.10.2007
Gläubige auf dem Pilgerpfad

Die Kunsthistorikerin Petra Mecklenbrauck macht für den Kreis Unna Führungen durch die Kirche. Sie blickt hier auf eine der drei Darstellungen des Apostels Jacobus der Ältere, der als Schnitzerei im Chorgestühl der Stiftskirche zu sehen ist.

Man begibt sich auf den Pilgerweg nach Nordspanien, nach Santiago de Campostila. Und kommt dabei durch Cappenberg und Lünen. Denn diese beiden Orte liegen an der uralten Handelsfernroute, über die sich die Pilger im Mittelalter auch bewegten.

Strecke wird hergerichtet und markiert

Seitens des Landschaftsverbandes-Westfalen-Lippe (LWL) wird zur Zeit die Strecke von Osnabrück nach Wuppertal hergerichtet und markiert. Auf ihr kamen und kommen wieder die Pilger, die sich aus Norden Europas auf den Weg nach Spanien machen. Diese Arbeit macht sich beim LWL die Archäologin Ulrike Spichal seit vier Jahren.               

Historischer Weg soll genau wieder gefunden werden

Mit wissenschaftlicher Begleitung sollte möglichst genau der historische Weg wieder gefunden werden, was manchmal heute leider unmöglich ist. Er würde im Raum Lünen z. B. direkt an der B 54 entlang führen.

„Das können wir aber keinem zumuten, deshalb sind wir teilweise auf Wanderwege ausgewichen“, berichtet Ulrike Spichal. Dieser nördliche „Zubringer“, der von Osnabrück über Münster nach Lünen führt, geht dann weiter über Dortmund nach Wuppertal-Beyburg. Dort beginnt der bereits ausgeschilderte Weg nach Köln und Aachen.

Pilgerbewegungen dienten der Reliquienanbetung

Die Pilgerbewegungen nach Jerusalem und Rom sind sehr alt und dienten der Reliquienanbetung der dort begrabenen Apostel. Seit dem 9. Jahrhundert kam das nordspanische Santiago dazu, wo Jacobus der Ältere begraben sein soll. Um ihn rangten sich viele Legenden und Geschichten wundersamer Heilungen.

Und es war der Ort, der am gefahrlosesten zu erreichen war. Seit dem 12. Jahrhundert setzte die Pilgerbewegung nach Santiago ein, im 14. Jahrhundert erreichte sie ihre Blütezeit. Mit der Reformation wurde es wieder ruhiger.

Zaghafter Wiederbelebung wird Rechnung getragen

Jetzt scheint es eine zaghafte Wiederbelebung zu geben. Dem soll nun Rechnung getragen werden. Die Altertums-Kommission des LWL hat die genaue Route festgelegt und wird sie in Kürze durch den Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) ausschildern lassen.

Im Frühjahr 2008 kommt dann ein Buch heraus, das mit Plänen und Informationen für die Pilger die Strecke beschreibt. Im benachbarten Herbern gibt es das Jacobus Schild bereits zu sehen. Eine Schnecke, deren Spitze den Weg weist. Und in der Kirche dort liegt das Stempel- und Gästebuch aus, das schon eine Anzahl Eintragungen aufweist.

Besondere Sehenswürdigkeiten

Als besondere Sehenswürdigkeiten im hiesigen Raum sind natürlich in Cappenberg die Stiftskirche und in Lünen die Stadtkirche dabei. In beiden Gotteshäusern gibt es Darstellungen des heiligen Jacobus zu sehen. In der Stiftskirche drei im Bereich des Chorgestühles, in der Stadtkirche im Reliefkranz des Taufbeckens.

Hingewiesen wird aber auch auf die St. Marienkirche, die die älteste Wallfahrtskirche in Westfalen ist.

    

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