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Hände ertasten Störungen bei Säuglingen

LÜNEN Bei den Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge setzt das St.-Marien-Hospital nun einen `drauf. Damit die neuen Erdenbürger später keine Folgeschäden davontragen, werden sie osteopathisch untersucht.

von Von Dieter Hirsch

, 18.12.2007
Hände ertasten Störungen bei Säuglingen

Die neue Rechtsform einer GmbH ermöglicht es dem St.-Marien-Hospital, sich mit anderen Krankenhäusern in Verbünden zusammenschließen.

Das Zentrum für Osteopathische Medizin (ZOM) am St.-Marien-Hospital bietet ab Januar 2008 in Zusammenarbeit mit der Gynäkologisch-geburtshilflichen Klinik eine Osteopathische Vorsorgeuntersuchung für Neugeborene an. „Sehr viele Geburten, aber auch eine Zwangslage in der Gebärmutter, sind für das Baby traumatisch und hinterlassen zum Teil folgenreiche Funktionsstörungen. Aus diesen können sich ohne frühzeitige Behandlung über die Jahre Krankheiten und Probleme entwickeln“, erläutert ZOM-Leiter Samir Eissa.

Funktionsstörungen werden aufgespürt

Beispiele: Aus einem Schieflagesyndrom kann eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule entstehen; durch eine Zangen- oder Saugglockengeburt können Schädeldeformationen entstehen, die Sehstörungen, aber auch Entwicklungsstörungen, Lernstörungen oder Konzentrationsstörungen verursachen können. Mit Hilfe der Osteopathie können Funktionsstörungen aufgespürt werden. Dabei setzt der Osteopath nur seine Hände ein. „Über das Positionieren von Knochen Krankheiten heilen“, wäre eine Erläuterung des Begriffes Osteopathie, allerdings auch eine nicht ganz genaue.

Erstuntersuchung ist kostenlos

Die Erstuntersuchung, die das Krankenhaus anbietet, ist kostenlos und erfolgt etwa drei bis vier Wochen nach der Geburt. „Durch bestimmte Grifftechniken können wir Funktionsstörungen feststellen. Das Anlegen des Griffes ist dabei schon eine erste Behandlung. Je nach Untersuchungsergebnis empfehlen wir dann eine Kontrolluntersuchung nach vier bis sechs Wochen. Die meisten Störungen lassen sich mit ein bis drei Behandlungen beseitigen“, so Samir Eissa. Die Folgeuntersuchungen müssen allerdings von den Eltern bezahlt werden. Die Kasse übernimmt diese Kosten nicht.

Vielfältige Anwendungen

Neben den oben genannten Fällen lässt sich Osteopathie bei Kindern auch z.B. bei Schreikindern, Schielen und Sehstörungen, ADS/ADHS, Kiefernproblemen, wiederkehrenden Mittelohr, -Mandel oder Nebenhöhlenentzündungen anwenden. „Die Osteopathie sieht sich nicht als Ersatz für die Schulmedizin oder andere Therapieformen, sondern sucht das Miteinander“, betont Samir Eissa. Zum ZOM-Therapeutenteam gehört neben Eissa auch Susann Zapf.  

Vortrag am 5. Februar 2008

Das St.-Marien-Hospitals bietet im Rahmen des Gesundheitsdialoges einen Vortrag über Kinder-Osteopathie an. Am 5.2.2008 um 19.30 Uhr in der Cafeteria des St.-Marien-Hospital und am 11.2. ebenfalls um 19.30 Uhr in der FamilienBildungsStätte Selm an.

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