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Ist Autogas eine Alternative?

LÜNEN Der Blick auf die Benzinpreise treibt manchem Autofahrer die Tränen in die Augen. Dabei gibt es mittlerweile mehrere Alternativen zu Benzin, Diesel und Super. Immer mehr Autofahrer (von Benzinfahrzeugen) lassen mittlerweile ihr Fahrzeug umrüsten, um das preiswertere Autogas zu tanken.

von Von Beate Rottgardt

, 11.12.2007
Ist Autogas eine Alternative?

Joan Hendrik Rüschkamp vor einem auf Autogas umgerüsteten Opel Meriva. Immer mehr Autofahrer setzen auf alternative Energien - vor allem angesichts der hohen Spritpreise.

Über diese und weitere  Alternativen sprach RN-Redakteurin Beate Rottgardt mit Joan Hendrik Rüschkamp vom gleichnamigen Opel-Autohaus.

Wie ist das Interesse der Kunden an alternativen Energien fürs Auto?

Rüschkamp: Derzeit ist das Interesse sehr groß, vor allem aus ökonomischen, aber auch aus ökologischen Gründen. Ganz klar liegt bei den Autofahrern die Umrüstung auf Flüssiggas vorn. Auch, weil sich Flüssiggas europaweit durchgesetzt hat und es allein in Deutschland mittlerweile schon 3000 Flüssiggas-Tankstellen gibt. Man kann auch fast jedes Benzinfahrzeug umbauen.

Wie hoch sind die Umbaukosten und die Ersparnis im Anschluss?

Rüschkamp: Man muss mit Umrüstungskosten zwischen 2500 und 3000 Euro rechnen. Aber für alle, die viel fahren, so etwa ab 15 000 Euro im Jahr, rechnet sich das. 1 Liter Flüssiggas kostet um die 66 Cent und entspricht 0,8 Litern Benzin. Noch preiswerter ist Erdgas, da entsprechen 1 Kilo Erdgas etwa 1,5 Litern Benzin. Außerdem ist der CO2-Ausstoß geringer als bei normalem Sprit.

Wie sieht es mit der Alternative Ethanol aus?

Rüschkamp: Auch das rechnet sich, ein Liter kostet unter einem Euro. Man sollte allerdings kein Ethanol verwenden, das beispielsweise im Regenwald produziert wird. Mittlerweile gibt es aber sogar regional produziertes Ethanol, das E 85 Regionol. Man sollte aus ökologischen und ökonomischen Gründen über Alternativen nachdenken. Die Umrüstung auf Ethanol gibt es auch für 800 Euro. Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit über ein Steuerungsgerät Eintanksysteme einzubauen. Dadurch kann man dann Ethanol und Benzin auch durcheinander tanken. Denn derzeit gibt es leider noch kaum Tankstellen, die Ethanol anbieten.

Sie selbst sind schon seit vielen Jahren ein Verfechter der alternativen Brennstoffe?

Rüschkamp: Das stimmt. Fossile Brennstoffe sind nun mal endlich und am Ende des Dampfmaschinenzeitalters wird es dringend Zeit, umzusteigen. Wir haben auch Fachleute bei uns in den Autohäusern in Lünen und Lüdinghausen, die sich mit der Umrüstung genau auskennen. In Südamerika hat man schon seit der ersten Ölkrise in den 70er Jahren auf alternative Energien gesetzt.

Und wie sieht es bei uns in Deutschland aus?

Rüschkamp: Ford und Saab bieten bereits Neuwagen an, die mit Ethanol fahren. Opel wird im nächsten Jahr solche Modelle anbieten. Und es gibt auch ein neues Elektroauto von Opel, den Opel Flextreme mit einer Reichweite von 55 km mit Strom aus der Steckdose.

Wenn man weder umrüsten noch ein neues Auto kaufen, aber Sprit sparen will – was kann man da machen?

Rüschkamp: Beispielsweise ein Spritspar-Training besuchen, denn es gibt von Auto zu Auto unterschiedliche Tricks. Solche Trainings bieten beispielsweise die Waldschule Cappenberg, das Biologische Centrum des Kreises Coesfeld oder der ACE Lünen an.

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