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Kaminöfen dürfen weiter brennen

LÜNEN Trotz der vielen Diskussionen um die Feinstaubbelastung: Die Lüner dürfen auch weiterhin ihren Kaminofen befeuern. Die Nachrüstung mit Rußfiltern wird bald zum Thema werden.

von von Peter Fiedler und Helga Felgenträger

, 12.12.2007

Meldungen über die „Novellierung der Bundesimmissionsschutzverordnung“ (1. BImSchV) haben viele Eigentümer von Einzelraumfeuerungsanlagen verwirrt. „Dabei ist es keinesfalls so, dass in absehbarer Zeit die Öfen aus dem Verkehr gezogen oder mit Rußfiltern nachgerüstet werden müssen“, erläutert Bezirksschornsteinfegermeister Hans-Jürgen Gesting .

Augenmerk auf Altanlagen

Allerdings sieht der Gesetzgeber Handlungsbedarf: „Da rund zwei Drittel der Gesamtemissionen durch Feuerstätten für Festbrennstoffe verursacht werden, die weitaus älter als 20 Jahre sind, hat der Gesetzgeber ein besonderes Augenmerk auf die Altanlagen gelegt“, berichtet Gesting weiter.

Drei Stufen bis 2025

Falls die geplante Novellierung zum 1. Januar 2015 greife, seien zunächst Einzelfeuerstätten wie Kaminöfen betroffen, die eine Typenprüfung vor dem 1. Januar 1975 hatten und im Jahr 2015 bereits älter als 40 Jahre sind. „Weitere drei Stufen für unterschiedliche Jahre der Typenprüfung folgen bis Anfang 2025“, so der Bezirksschornsteinfegermeister.

Information auf dem Typenschild

Wer sich informieren möchte, zu welchem Zeitpunkt die Feuerungsanlage geprüft worden ist, kann dies auf dem Typenschild seines Ofens ablesen. „Hierbei kommt es jedoch nicht auf das Kaufdatum an, sondern auf den Zeitpunkt der Prüfung“, macht der Fachmann deutlich und rät zudem beim Neukauf immer zu einem „Ofen mit Prädikat“. Hierbei sei die Grenzwerteinhaltung garantiert. Verbrauch steigt

Staubfilter oder sparsamere Feuerstätte

„Besitzer älterer Feuerstätten sollten sich ab 2014 Gedanken darüber machen, ob es sich lohnt einen Staubfilter einzubauen oder eventuell eine neue und somit auch eine sparsamere Feuerstätte anzuschaffen“, empfiehlt Gesting.

Heizen mit Holz erwünscht Ausschlaggebend für die Überarbeitung der 1. BImSchV ist die Tatsache, dass der Holzverbrauch steigt und immer mehr Öfen genutzt werden. Bereits 2005 gelangten aus allen kleinen Holzheizungen rund 24 Millionen Tonnen Feinstaub in die Außenluft. Laut Statistik besitzt schon jeder sechste Deutsche einen Kaminofen oder Kachelofen. Weil Öl und Gas teurer geworden sind, nutzen viele Bürger ihren Wohnzimmerofen immer häufiger.

Hans-Jürgen Gesting betont in diesem Zusammenhang aber: „Der Brennstoff Holz ist nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz Biomasse und ein CO 2-neutraler und ein umweltfreundlicher Brennstoff. Das Heizen mit Holz ist vom Gesetzgeber gewünscht und wird teilweise sogar gefördert.“

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