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Kein Platz für Rassismus

LÜNEN Schülersprecher Niclas Heim hat das Ziel fest im Blick: „Wir wollen eine Schule ohne Rassismus haben.“ Was er dafür braucht sind jede Menge Unterschriften und eine gehörige Portion Engagement.

von Von Leonie Schulte

, 18.10.2007
Kein Platz für Rassismus

Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage - den Banner haben sie schon, jetzt müssen sich die Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule diesen Titel auch verdienen.

Letzteres hat die Schülervertretung (SV) der Geschwister-Scholl-Gesamtschule bereits bewiesen. Seit Anfang dieses Jahres bemüht sie sich um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Initiator der Aktion war die damalige Schülersprecherin Duygu Tuncer. Nach ihrem Abitur gab sie die Aufgabe an Niklas weiter.

Selbst aktiv werden

„Am Anfang hatte ich keinen Bock“, gibt der Zehntklässler zu. Doch als er hörte, worum es in dem Projekt geht, war er sofort begeistert. Denn wer den Titel tragen möchte, muss selbst aktiv werden. Mindestens 70 Prozent aller direkten Angehörigen der Schule, sprich Schüler, Lehrer, Hausmeister und Reinigungspersonal, müssen drei Regeln unterzeichnen. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sie sich, ein Miteinander ohne Diskriminierung und Rassismus zu schaffen.

Kommen genügend Unterschriften zusammen, darf sich die GSG nicht nur durch ein Schild als Schule ohne Rassismus auszeichnen. Die Schüler können auch einen Schirmherren aussuchen, der die Kids unterstützt. Das Engagement des gerne auch prominenten Paten (Musiker, Künstler, Schauspieler, Sportler, Politiker etc.) soll genauso dauerhaft sein, wie das Engagement der Schüler und Lehrer. Wichtig bei diesem Projekt ist die Nachhaltigkeit, denn das Ziel ist mit der Titelvergabe noch nicht erreicht. Immer wieder sollen sich die Kids mit dem Thema Rassismus auseinander setzen.

Sevgi Kahraman-Brust von der Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien Kreis Unna (RAA) unterstützt die Schüler bei ihren Plänen. Sie ist überzeugt: „Über Lehrer schafft man das nicht. Es geht nur über die Schüler.“ Und für die beginnt nun die heiße Phase. Ausgestattet mit reichlich Informationsmaterial geht es ab Montag ans Unterschriftensammeln. Damit es nicht an der Kommunikation scheitert, stehen sogar Walkie Talkies bereit.

Workshops

Verschiedene Aktionen begleiteten in den kommenden Wochen das Großprojekt rassismusfreie Schule. So wird zum Beispiel in der Aula der Film über die Namensgeberin der GSG, Sophie Scholl, gezeigt. Workshops und Präsentationen vermitteln den Schülern, was sie im Alltag gegen Rassismus tun können.

Vergeben wird der Titel durch die Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Mit im Boot ist auch das Mulitkulturelle Forum, das mit seinem Xenos-Projekt die Schüler unter anderem durch Rhetorik- oder Präsentationstraining fördert. Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist bereits die dritte Schule in Lünen, die sich um den Titel bemüht. Im Kreis Unna sind es insgesamt zehn Schulen, die an dem Projekt teilnehmen.

      

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