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Keine Milde für Todesfahrer

LÜNEN Weil er zu schnell fuhr, hat er den Tod seines Cousins auf dem Gewissen. "Erheblich auffällig" hatte sich der 27-Jährige schon vor dem schrecklichen Unfall im Straßenverkehr verhalten. Das Gericht urteilte entsprechend hart.

von Von Heinrich Greve

, 12.12.2007

Wegen fahrlässiger Tötung verurteilte das Schöffengericht ihn  zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt auf fünf Jahre zur Bewährung. Am 31. Januar gegen 22.30 Uhr war der 27-Jährige mit seinem BMW auf der Preußenstraße in einer Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum prallt. Während er  schwer verletzt überlebte, kam für seinen Cousin (22) jede Hilfe zu spät.

Cousin hatte keine Überlebenschance

Nach Aussage des medizinischen Sachverständigen hatte er keine Überlebenschance. Durch die Wucht des Aufpralls war seine Brustschlagader abgerissen. Ob Angeklagter und Beifahrer angeschnallt waren, konnte nicht mehr geklärt werden.

Eindeutig überhöhte Geschwindigkeit

Der Kfz-Sachverständige führte den Unfall eindeutig auf überhöhte Geschwindigkeit zurück. Der Angeklagte sei mit mindestens 90 km/h in die Linkskurve hinein gefahren und habe dabei die Gewalt über sein Fahrzeug verloren. Beim Anprall an den Baum habe die Geschwindigkeit immer noch 70 bis 80 km/h betragen. Die Straße sei zwar nass, aber normal befahrbar gewesen. Fremdeinflüsse oder technische Mängel, die zum Unfall geführt hätten, habe er nicht feststellen können.

Angeklagter kann sich nicht erinnern

Der Angeklagte erklärte, er könne sich an den Unfall überhaupt nicht erinnern. Er wisse nur noch, dass er mit seinem Cousin von einem Kunden gekommen und auf der Heimfahrt gewesen sei. Aufgrund seiner Verletzungen sei er selbst anderthalb Wochen stationär im Krankenhaus behandelt worden.

Zeugen, die unmittelbar nach dem Unfallgeschehen an der Unfallstelle waren, berichteten, dass der Cousin im Auto eingeklemmt gewesen, während der Angeklagte herausgeschleudert worden sei. Ihnen hätte sich ein Bild des Grauens geboten.

Fahrer war schon früher erheblich auffällig

Da der Angeklagte bereits erheblich wegen Verkehrsvergehen auffällig geworden war, forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, während der Verteidiger um eine milde Strafe bat. Das Gericht ging mit seinem Urteil allerdings über den staatsanwaltschaftlichen Antrag hinaus; es entzog dem Angeklagten sogar noch die Fahrerlaubnis auf vier Jahre. Weiter muss der Angeklagte als Bewährungsauflage 800 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

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