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Kirche in Gebärdensprache

Ostergottesdienst in St. Georg

LÜNEN Mit den Händen reden. Sehen statt hören: Rund 40 Menschen feierten Ostermontag in der Stadtkirche St. Georg einen stimmungsvollen regionalen Ostergottesdienst in Gebärdensprache.

von Von Volker Beuckelmann

, 06.04.2010

„Unglaublich!“, das Motto an diesem Nachmittag war geprägt von einer harmonischen Atmosphäre. Auch so kann Kirche sein: Lautlos und lebendig zugleich. Hendrik Korthaus (46),   Regionalbeauftragter und in der Evangelischen Kirche Dortmund und Lünen verantwortlich für die Gehörlosenseelsorge und Beratung, begrüßte vorab die Besucher im Gemeindezentrum. Mit von der Partie war Dieter Würfel (69 aus Castrop-Rauxel), der 1941 als Baby sein Gehör verlor, als eine Bombe platzte und er auf dem Arm seiner Mutter lag.Auch ohne Orgel besondere Stimmung   Beim Einzug in die Kirche wurden die Seelsorger Susanne Kuhles (Gelsenkirchen), Sabine Kuklinski (Bochum, Recklinghausen), Christine Brokmeier (Iserlohn) und Hendrik Korthaus (Datteln) angeführt von Gemeindesprecherinnen und -sprechern aus hörenden Gemeinden. Auch ohne Orgel entfaltete sich eine besondere Stimmung, was auch daran lag, dass die Besucher mit Enthusiasmus den Gottesdienst aktiv mitgestalteten durch  Gebärdensprache. Gemeinsam wurde mit den Geistlichen gebetet, das Oster Halleluja oder das rhythmische Osterlied gesungen sowie das Sündenbekenntnis gesprochen. Es ging auch um Ostereier, vor allem aber um die Botschaft der Auferstehung Jesus.„Der Gottesdienst war beeindruckend, faszinierend und mit viel Freude“, sagte Sabine Flaß, Mitarbeiterin des Pflegedienstes Ased aus Dortmund, die aus beruflichen Gründen die Gebärdensprache lernt. Ihr Freund Reinhard Oida begleitete sie, lernt ihr zuliebe ebenfalls die Gebärdensprache und unterhielt sich beim  Kaffeetrinken im Gemeindezentrum in fröhlicher Runde. Die Gebärdensprache sei nicht  einfach, sagte Oida und konnte eine Ahnung davon erhaschen, wie sich Gehörlose unter Hörenden fühlen mögen. Mit der Gebärdensprache „blühten“ alle sichtlich auf.Werben um Verständnis „Es wäre schön, wenn mehr hörende Menschen die Gebärdensprache könnten“, wünschte sich Hans-Peter Herzog, Gemeindesprecher aus Iserlohn, der um mehr Verständnis füreinander warb.